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erstellt von Reinhard / Kurt am 21.03.2026 / letzte Änderung am 20.04.2026
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Die Urschlachquelle ist ein sogenannter Quellkomplex, weil ...
Unsere
erste Radtour in 2026 nach Halfing führte auch entlang der Söchtenauer Ache. Diese entspringt im Quellgebiet Urschlachquelle, das von besonderer geologischer Bedeutung ist. Im nachfolgen Text (siehe unten: rote Box) wird das eingehend beschrieben.
Da wir bei dieser Tour nicht im Quellgebiet waren, wollten wir diesem Phänomen genauer auf die Spur gehen und planten erneut eine Radtour dorthin.
Über
Wolkering, Ullerting und Untershofen fuhren wir nördlich vom Simssee nach Bad Endorf und dann entlang der LEO-Bahnstrecke nach Halfing. Hier kehrten wir in der Pizzeria Trevi ein.
Frisch gestärkt erreichten wir nach ca. zwei Kilometern hinter Haslach den Ort der Begierde, die Urschlachquelle, den Ursprung der Söchtenauer Ache.
Nach ausgiebiger Besichtigung
folgten wir einem Fußweg, der anfangs noch ganz gut zu fahren war, uns zwischendurch aber auch von den Rädern zwang. Wir haben uns jedoch bewusst für diesen Weg entschieden, da er lt. Karte vielversprechend aussah und es auch war. Nach einem Kilometer hatten wir wieder geteerten Boden unter den Rädern und befanden uns auf der Via Julia.
Im
weiteren Verlauf kamen wir in das Weidmoos und begleiteten hier den romantisch dahin mäanderten Aubach, der kurz vor Söchtenau in die Söchtenauer Ache mündet. Wir folgten weiter der Via Julia über Straßkirchen, Sulmaring bis nach Zaissberg. Hier verließen wir die römische Wegführung und trafen erst an der Innbrücke in Rosenheim wieder auf sie. Damit war auch gleichzeitig unser kleiner Ausflug zu einem interessanten Geotop im Rosenheimer Land zu Ende.
Sie
befindet sich am Ostrand des ehemaligen Inngletschers. Nachdem der Gletscher vor etwa 10.000 Jahren abgeschmolzen ist, blieb ein Moränenwall mit wasserführenden Schichten zurück, aus der heute die Urschlach austritt. Die Urschlachquelle ist ein sogenannter Quellkomplex, weil sie aus drei verschiedenen Quelltypen gespeist wird:
Echte Fließquelle
Hier strömt das Wasser oberflächlich aus einem deutlich erkennbaren Quellmund als Quellbach weiter. Das ausströmende Wasser wirbelt dort, wo keine Steine sind, feines Material wie Sand oder Seeton nach oben.
Trichterquelle
Der
Quellaustritt liegt am Grund eines Sees oder Weihers in einer Mulde. Das Quellwasser sammelt sich, bis es über die Muldenränder in das umgebende Wasser strömt. Es breitet sich am Grund nach allen Richtungen aus, wenn das darüber stehende Wasser im Sommer wärmer und daher leichter ist. Im Winter ist das darüber stehende Wasser kälter und schwerer. Daher kann das Quellwasser aufsteigen und verzögert an dieser Stelle die Eisbildung.
Sumpf- oder Sickerquelle
Das
Quellwasser tritt in zahlreichen kleinen Wasseradern aus. Diese durchtränken das Erdreich und bilden einen mehr oder weniger großen flächigen Quellsumpf. Aus dem Zusammenfluss mehrerer Wasseradern kann sich bei hinreichendem Gefälle und ausreichender Wassermenge ein Abfluss bilden.
Im Urschlachquellenkomplex dominieren die Zuflüsse aus Fließ- und Trichterquellen. Die Urschlachquelle ist weitestgehend intakt und daher ein wertvolles Ökosystem.
Weitere Infos hierzu gibt es im Umweltatlas Bayern für angewandte Geologie.
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