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erstellt von Silvia / Thomas am 30.06.2013 / letzte Änderung am 22.05.2021
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Für 2013 hatte Roradln einen besonderen Urlaub geplant: Die Südsteiermark.
Nachdem wir bereits Cesenatico unsicher gemacht haben und auch die Baleareninsel Mallorca von RoRadln besucht wurde, hatten
wir nun die Gelegenheit, die Steiermark kennen zu lernen.
Wohlweislich von Kurt darauf hingewiesen, dass es sehr bergig werden kann, haben wir uns für diesen Urlaub entschlossen. Doch zu den Bergtouren dann später mehr.
Nach einer sehr entspannten Anreise und Ankunft in unserer Herberge, dem Buschenschank Adam Schererkogl, waren wir doch recht beeindruckt von dem Panorama hier. Immerhin lag unsere Unterkunft 170 m höher als der Ort Gamlitz.
Wir belegten mit unserer Gruppe die kompletten Gästezimmer, zwei Mitreisende mussten leider in eine separate Unterkunft ausweichen. Zum Glück war die Entfernung aber recht gering. Die Zimmer waren sehr ordentlich; die "kleinen" Doppelzimmer, die auch als Einzelzimmer fungierten, waren vom Platz jedoch recht übersichtlich, dafür aber auch ein paar Euro günstiger. Absolute Ruhe und eine schöne Aussicht vom Balkon gab es gratis dazu.
Als Ausgangspunkt für die Touren fungierte nicht nur der Schererkogl, sondern auch das Freibad in Gamlitz. Dies hatte den Vorteil, dass nach einer voraussichtlich doch recht anstrengenden Tour die Auffahrt zu unserem Buschenschank nicht mehr bewältigt werden musste. Denn in der ersten Woche war es wettermäßig
teilweise richtig heiß. Es wurden mitunter 36 / 37 Grad gemessen, und dann war der eine oder andere doch recht froh, wenn die letzten Meter nicht mit dem Rad zur Unterkunft gefahren werden mussten. Dies konnte natürlich jeder für sich entscheiden, und einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich dann nochmal richtig auszuarbeiten.
Landschaftlich hat die Steiermark einiges zu bieten, und die Touren sollten sich als sehr vielfältig erweisen, jedoch kam es aufgrund der Hitze teilweise zu einigen Ausfällen. Und weinte man tagsüber noch über die eine oder andere Steigung von bis zu 17 % unter der direkten und sehr gut gemeinten Sonne, dann hatte man später die Gelegenheit, sich mit einem
Abendessen auf dem zur Unterkunft gehörenden kleinen "Kogl" mit einer Rundum-Postkartenaussicht und den Weinen der Region zu trösten.
Das Ausmaß des Weinens zeigte sich manchmal tags darauf beim Eierkochen am Gerät des morgendlichen Grauens (siehe Foto). Dieses stellte den einen oder anderen hungrigen Radler vor zuvor noch nie gekannte Probleme der Koordinierung und Platzierung seines Objektes der Begierde, ohne die Essensabläufe seines Mitfrühstückers zu behindern. Und war das Ei
dann endlich gewillt, die richtige Konsistenz zu erlangen, nahm es sich vor den entsetzten Augen Aller aus dem Eierbecher heraus das Leben und sprang in den selbstgewählten Tod.
Ein tolles Erlebnis war eine Runde über die Ölmühle in Heimschuh, wo uns die Entstehung von echtem steirischem Kürbiskernöl gezeigt und wirklich famos erläutert wurde. Hier wurde die Gelegenheit auch gleich genutzt und gut eingekauft, wo Stefan mit seinem neuen Titanrad dann doch als Transporter gut zu tun hatte.
Der Besuch
von Slowenien stand gleich mehrfach auf dem Programm. Die Südsteirische Weinstraße ist an manchen Stellen sogar direkt der Grenzverlauf, man konnte also von einem Land in das andere springen. Kurt hatte die Touren so geplant, dass wir nach Möglichkeit immer eine Verpflegungspause in Slowenien machen konnten. Denn das Essen war hier immer gut und richtig günstig. Bei der ersten Tour und anschließender Pause wurde aufgrund der hohen Temperaturen ein Rasensprenger des Restaurants wohlwollend zur Kenntnis genommen. Bei der Tour nach Maribor hatte die Anreise dann ein paar richtig knackige Steigungen dabei, die sich mit den Hügeln der NOVE COLLI
durchaus messen können.
Nach Ankunft in Maribor teilten sich die Radler auf; ein Teil ging auf den Markt, die anderen besuchten die Altstadt oder besetzten ein Cafe um aufzutanken. Nach einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt mit Fotostop an den Brücken ging es wieder auf die Heimreise.
An einem Pausentag stand der Besuch von Graz auf dem Programm. Einige ließen es sich aber nicht nehmen, die Anreise hier mit dem Rad vorzunehmen. Der Rest bevorzugte die Bahn, die in Ehrenhausen, was nur ein paar Kilometer von Gamlitz entfernt
ist, ihren Haltepunkt hatte.
Wir konnten in der Stadt, die doch 270.000 Einwohner hat, und die zweitgrößte Stadt von Österreich ist, natürlich nur einen Bruchteil ansehen. Jedoch war der Besuch auf dem Schloßberg mit grandioser Aussicht auf die Stadt ein Highlight; auch der Aufstieg mit der Schloßbergbahn war toll. Diese Bahn überwindet auf einer Streckenlänge von 212 m eine Höhendifferenz von 108 m. Nach dem Abstieg von dem Berg konnten wir uns alle im Tunnel abkühlen, der zur Altstadt nach Graz führte. Manche Radler
wollten gar nicht mehr aus dem Tunnel rauskommen. Nach einer Stärkung ging die Erkundung der Stadt weiter, und wir konnten feststellen, dass Graz wirklich viel zu bieten hat. Die Heimreise in der brütenden Hitze, die Rainer mit einem immer feuchten Tuch auf dem Kopf erfolgreich bekämpfte, war leider von einer Weichenstörung der ÖBB überschattet.
Ein Erlebnis der besonderen Art sollte ein Besuch von einigen Radlern im örtlichen Zementwerk werden. Dies war eigentlich aus einem Jux entstanden, da wir diesen Industriebetrieb als eine Art
Fixpunkt in unseren Touren auserkoren hatten. Nach einem Blick in ein Infoheft über die Region stellte sich heraus, dass eine Besichtigung hier tatsächlich möglich war. Nach einer Terminabsprache, die Kurt übernahm, konnten wir mit einem ehemaligen und sehr engagierten Mitarbeiter des Zementwerkes die Besichtigung unter dem Motto "Vom Stein in den Sack" starten. Wir durften nahezu in alle Bereiche, sogar in den Teil der Anlage, wo der Stein gebrochen wird und es höllisch laut und stickig war. Das Resümee aller Teilnehmer war durchweg
positiv, und der Besuch kann nur empfohlen werden.
Der Besuch mehrerer Weingüter mit Weinprobe durfte natürlich auch nicht fehlen. Eine besondere Erwähnung verdient der Taxiservice, an den unsere Herberge angeschlossen war. Man konnte sich zu den Weingütern fahren lassen, ohne dass man dafür bezahlen musste. Auf mehrfachen Wunsch wurde auch ein Bioweingut besucht, wo dann nach einer ausgiebigen Verkostung gut Wein von den Radlern gebunkert wurde. Lustigerweise stellte sich im Laufe der Weinprobe heraus, dass der Winzer ursprünglich von der Fraueninsel im Chiemsee kommt.
Wie man sieht, hat sich der Urlaub in der Steiermark mehr als gelohnt und kann nur als gelungen bezeichnet werden.
Wer alles noch mal in begegten Bildern sehen möchte, klickt einfach auf Film.
Thomas und Silvia
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