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erstellt von Franz am 13.10.2014 / letzte Änderung am 21.10.2014
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Dass auf RoRadln-Reisen nicht nur geradelt wird, beschreibt sehr anschaulich der folgende Bericht.
Nach jeweils drei Tagen Radfahren unter Kurts Führung war ein Tag vorgesehen, an dem jeder tun und lassen konnte, was er wollte. Bei einer dieser Gelegenheiten fanden sich drei Gleichgesinnte, die den Tag mit einer kleinen Wanderung verbringen wollten. So fuhren wir mit dem Auto zuerst bis Combai und dann eine kurvenreiche Bergstraße auf den nahegelegenen Höhenzug mit
Monte Orseri, Monte Cesen, Monte Cimon bis zu einem kleinen Parkplatz. Ein paar Tage zuvor hatten wir die gleiche Auffahrt bereits mit dem Fahrrad bewältigt und wir fragten uns, wie wir das überhaupt geschafft hatten.
Vom Parkplatz ging es zu Fuß dann vorerst auf einer kleinen Forststraße bergauf. Unterwegs begegneten wir einem gut deutsch sprechenden Italiener, der die Straße reparierte und uns dabei erklärte, dass in Italien sowieso jeder macht, was er will und wir nicht nur nach Südtirol fahren sollten. An einer Kreuzung wechselten wir auf einen schmalen Bergsteig und folgtem diesem bis zur ersten Hütte. Aufgrund der immer wieder durchziehenden Nebelschwaden entstand eine märchenhafte Stimmung, vor allem bei Passagen durch lichten Laubwald. Leider hatte die Hütte
"Posa Puner" bereits geschlossen, und wir setzten deshalb unsere Wanderung auf Forststraßen fort. Zur Orientierung hatten wir zwar eine Wanderkarte von der Gegend, aber Theorie und Praxis müssen nicht immer zusammenpassen und so folgten wir eher gefühlsmäßig einem kleinen Steig, der zumindest in die richtige Richtung führte. Ab und zu fanden wir sogar eine Markierung, die zu der Karte passte, aber die meiste Zeit folgten wir meist meiner Nase über mehrere Hügel, bis wir von weitem Schilder entdeckten. In der Hoffnung, einen Hinweis auf unseren weiteren Weg zu finden, steuerten wir punktgenau auf die Schilder zu, um dann feststellen zu müssen, dass darauf nur hingewiesen wurde, dass das Betreten der Weide nicht erlaubt ist. Der immer wieder aufziehende Nebel führte zwar zu traumhaften Stimmungen und Ausblicken über die Wolken, aber die Orientierung wurde dadurch nicht erleichert, was zumindest einem Mitwanderer nicht ganz geheuer war. Aber schließlich erreichten wir
genau das Ziel, das wir uns vorgenommen hatten, nämlich die Hütte "Malga Mariech" Die hatte auch noch auf und so konnten wir eine schöne Pause mit Weißbier! und Kaffee geniesen.
Anschließend machten wir uns auf den Rückweg. Dieser führte anfangs auf den gleichen Steig, auf dem wir gekommen waren, sollte dann aber abzweigen Richtung Straße. Die Abzweigung fanden wir sofort und auch der Steig war vorerst gut zu erkennen und zu begehen. Aber nach zehn Minuten wurde der Weg immer undeutlicher, bis er schließlich von Kuhsteigen nicht mehr zu unterscheiden war. So folgten wir wieder meiner Nase querfeldein, bis wir die Teerstraße erreichten. Nun trennte uns nur noch ein Stacheldrahtzaun von der Straße, aber auch da fanden wir eine Möglichkeit, und dann ging es auf der Teerstraße zurück zum Auto.
Die
zweite Gelegenheit zum Wandern bot sich an unserem einzigen Regentag an. Diesmal fanden sich 5 Gleichgesinnte und wir wollten trotz Nieselregens zu Fuß von unserer Herberge zu der schön gelegenen Ortschaft Rolle wandern. Unsere Wirtin erklärte uns den Weg und wir starteten. Aber irgendwie sind wir dann doch etwas zu früh abgebogen und kamen so in ein wildes Tal, das zuerst auch noch gut begehbar war und außerdem (vielleicht auch dank des Nieselregens) eine richtig schöne Stimmung vermittelte. Laut Navi stimmte auch die Richtung, und so glaubten wir, irgendwann in Rolle anzukommen. Allerdings verzweigte der Weg in immer mehr kleine Pfade und jeder Versuch, einem dieser Pfade zu folgen, endete in einem undurchdringlichen
Dschungel. Einmal waren wir laut Navi nur noch 300 m von Rolle entfernt, aber an ein Durchkommen war ohne Buschmesser nicht zu denken. So beschlossen wir, wieder umzukehren, freilich nicht, ohne auf dem Rückweg noch verschiedene kleine Abzweigungen auszuprobieren. Plötzlich wurde Hundegebell hörbar. Anfangs dachten wir uns noch nichts dabei, aber das Gebell wurde immer lauter. Aufgrund der unterschiedlichen Töne waren da drei bis vier Hunde unterwegs und es hörte sich so an, als ob sie direkt auf uns zusteuerten. Die Stimmung in unserer Gruppe wurde immer angespannter und als wir das Gefühl hatten, die Meute kommt jeden Moment um die Kurve, suchte jeder nach Steinen oder ähnlichem, um sich irgenwie verteidigen zu können. Selbst unser Hundeprofi
Rainer wurde merklich ruhiger, aber plötzlich wurde das Gebell wieder leiser und schließlich verstummte es ganz. Anscheinend war die Meute nur auf der Durchreise und hatte uns gar nicht als Beute auserkoren. Die Erleichterung anschließend war jedenfalls deutlich spürbar und so machten wir uns auf den direkten Rückweg nach Al Col.
Auch wenn wir Rolle nicht erreicht haben, so waren die Stimmung und die Eindrücke in dem wilden Tal doch einzigartig. So viele Feuersalamander wie hier habe ich auf noch keiner Wanderung gesehen, und nicht zuletzt blieben uns auch die zahlreichen Mückenstiche noch tagelang in Erinnerung.
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