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erstellt von Monika am 26.08.2012 / letzte Änderung am 26.08.2012
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Nachdem ich zu meinem 50. mein erstes Rennrad geschenkt bekommen habe, zeigte mein Kollege Bruno sich total begeistert und meinte, dass wir die nächste Wendelsteinrunde zusammen mit Frau und Kind, nein Frau und Mann und Freund fahren sollten.
Er schwärmte so sehr, dass ich sogar nach den nicht ganz so begeisternden Erfahrungen mit der Nove Colli neugierig und gewillt blieb, mitzufahren. Es kam anders. Bruno scheiterte an der Anmeldung, alternative Pläne privater Verpflegungsstationen wurden den Urlaubsplänen mit der Familie geopfert.
Unser Rennradcoach Steffen lehnte eine Mitfahrt entschieden ab. Die anderen Radfreunde weigern sich hartnäckig, ihr Repertoire um ein Rennrad zu erweitern. So radelte ich am 18.08.2012 zusammen mit meinem Mann Stefan ohne weitere Mitstreiter die 15 km nach Au zum Start. Ich war recht skeptisch, meine Beine müde und mental sah es auch nicht ganz rosig aus. Ich hatte Gedanken an Abbruch, malte mir aus, wie Pulks rasender Rennradfahrer mich bedrängen, ärgerte mich über den Holperweg zum Startplatz. Dass wer mit dem Rad anfährt statt mit dem Auto war offenbar nicht vorgesehen.
Um 7:20 Uhr durchfuhren wir die Startlinie. Da wir uns nicht auf ein gemeinsames Tempo einigen konnten und Stefan in Erwägung zog, die Marathon-Strecke zu fahren, trennten wir uns bald. Das Feld der Radler zog sich glücklicherweise von Anfang an auseinander, so dass keine Bedrängnis aufkam. Keiner brauchte einen Zeitrekord
aufzustellen, denn nur das Fahren und Ankommen zählte. Das Wetter war super, sonnig, warm, in der Früh noch angenehm frisch. Ein Großteil der Anstiege lag in bewaldeten Gebieten im Schatten. Die Beschilderung war gut, Streckenposten an Abzweigungen von weitem sichtbar. Zunächst rollte ich lässig in gutem Tempo über Kleinholzhausen und Nickelheim nach Nußdorf. Die ersten Höhenmeter durch das Mühltal nach Holzmann waren leicht zu fahren. Der Anstieg zum Duftbräu forderte die Muskeln schon mehr, war aber dank des Heimvorteils - hier ist meine Trainingsstrecke - auch gut zu bewältigen. Dann kam die erste schöne Abfahrt nach Grainbach und Frasdorf. Bis Aschau blieb es flach, um dann wieder nach Sachrang auf dem straßenbegleitenden Radweg mäßig anzusteigen. Diese Gegend kannte ich bisher nur vom Skilanglaufen. Vor Sachrang suchte ich mir bei einem Mitfahrer Windschatten, weil Gegenwind meine Fahrt einzubremsen versuchte.
Nach ca. 60 km kam die erste Verpflegungsstation. Mit Rührei, Kuchen und Frucade gestärkt, die Wasserflasche aufgefüllt, ging es dann erstmal auf österreichischem Grund eine super Abfahrt mit wunderschönen Ausblicken nach
Sebi hinunter. Selbst die motorisierten Verkehrsteilnehmer haben sich angesichts der Menge an Radlfahrern rücksichtsvoll verhalten. Weder von Autos noch LKWs, Bussen, Motorrädern oder auch andern Radlern wurde ich gedrängt, bedrängt oder sonst wie genötigt. Woran ich schon immer glaubte, es geht also doch, sich die Straße zu teilen. Nach der Überquerung des Inns in Zollhaus, begann der Anstieg zum Tatzelwurm, die einzig wirklich fiese Steigung von wechselnd ca. 12-16% über 8 Kilometer in der Mittagshitze ohne Schatten. Dagegen war die anschließende Fahrt übers Sudelfeld ein Kinderspiel. Dann gings wieder bergab nach Bayerischzell. Inzwischen hatte ich längst entschieden, die 165 km zu fahren und nicht nur die 115, trotz schmerzender Nackenmuskulatur und tauber Füße. Die Nachbesserung meiner orthopädischen Carboneinlegesohlen hat sich leider als Fiasko herausgestellt.
Kurz vor Hammer stärkte ich mich bei der zweiten Verpflegungsstation mit Kasspatzen und leckerem Pfirsischkuchen, dem ich nicht widerstehen konnte. Die Apfelfrucade war nicht so mein Ding, aber mit Wasser verdünnt, war auch sie zu (v)ertragen. In Hundham teilte sich die Strecke. Jetzt begann die
extra Runde für die 165 km Richtung Wörnsmühl, Schönberg, Giglberg, eine Gegend, die ich bisher noch wenig erradelt hatte. Die Routenführung auf abseitigen Straßen und Wirtschaftswegen häufig im Schatten war sehr angenehm, Steigungen mäßig und eher kurz, so dass sie trotz der bereits gefahrenen 1600 hm gut zu schaffen waren. Den Abzweig zur Marathon-Strecke ließ ich links liegen. Nochmal 1000 hm hätte ich mir nicht zugetraut. Bald danach vor dem Irschenberg erfreute uns Radler die dritte Verpflegung. Hier gab es wieder den leckeren Kuchen, Frucade und Grillwürstchen im Brötchen. Ein Radler meinte, nur wegen der berühmten Grillwürstchen sei er dabei. Hungrig brauchte keiner die Tour zu beenden. An McDonald und Dinzler vorbei querten wir mehrfach die A8, um über Dettendorf nach Au hinunterzurollen. Dort nahm ich noch meinen kleinen Wendelstein mit goldener Plakette entgegen und fuhr dann gemütlich die 15 km nach Hause, wo mein lieber Mann schon seine Wunden leckte. Während ich anfangs dachte, das wars dann, so was mache ich nie wieder mit, habe ich mir jetzt bereits den Termin fürs nächste Jahr eingetragen. Die, die nicht dabei waren, haben echt was verpasst.
Monika
PS: Bilder zum Bericht werden in Kürze nachgeliefert
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