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erstellt von Kurt am 01.10.2025 / letzte Änderung am 29.11.2025
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Dort, wo einst Napoleon nicht bleiben wollte, verbrachten wir eine Radreise in atemberaubender Umgebung
Inhaltsverzeichnis
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Diese
Reise wurde mit der Firma Berr durchgeführt. Sie war sowohl für Radler als auch Wanderer ausgeschrieben. Dieser Bericht beschreibt die Radreise.
Morgens um 6:00 Uhr ging es mit dem Bus in Bruckmühl los. Ca. 800 Kilometer lagen vor uns. Kurz hinter Bologna wartete unsere nette Radguide Sara auf uns, und gegen 19:30 Uhr erreichten wir unser schönes Hotel Fabricia in der Bucht von Portoferraio.
Das
Hotel erinnert an eine große toskanische Villa, die in einem wunderschönen Garten mit einem großen Schwimmbecken und einem kleinen Kinderbecken liegt. Die Anlage wird durch eine Mauer mit einem Torbogen vom Strand getrennt. Wie schon im Garten laden Sonnenliegen zum Relaxen ein. Kurzum, man kann sich hier wohlfühlen. Wir haben jedenfalls die Ruhe und die Abgeschiedenheit nach unseren täglichen Radtouren genossen, durchaus auch mit einem Absacker an der Poolbar.
An
vier von sechs zur Verfügung stehenden Tagen wurde lt. Reisebeschreibung ein geführtes Radtourenprogramm angeboten. Für die zwei freien Tage hatten wir uns zu Hause eigene Touren zusammen gestellt. Im Endeffekt bot Sara jedoch jeden Tag eine Tour an.
Tag 2 - Rund um den Monte Capanne
Mit
dem Bus fuhren wir Richtung Procchio und bestiegen etwa 100 Höhenmeter vor dem Ort unsere Drahtesel. Zügig rauschten wir hinab in den quirligen Küstenort. Hier war es lebhaft. Einige suchten das stille Örtchen auf, wir nutzten die Gelegenheit für ein kurzes Intermezzo am schönen Strand. Dann ging es weiter, immer wieder mit herrlichen Blick auf das tiefblaue Meer zu unserer Rechten. Ein wenig störend ist allerdings der Autoverkehr auf den Hauptstraßen, die wir oft benutzen mussten.
In Marciana Marina
begann dann unser heutiges Bergprogramm, das wir in den idyllisch gelegenen Bergdörfern Poggio und Marciana zum großen Teil abgeschlossen hatten. Hier verweilten wir bei einer Kaffeepause. Jetzt lagen ca. 10 Kilometer Abfahrt vor uns. Die Ausblicke auf das Meer und die umliegenden Inseln war spektakulär. Im Nordwesten sieht man die Insel Capraia, im Dunst dahinter Korsika, südwestlich die flache Insel Pianosa und im Süden die bergigste Insel Montecristo mit dem 565 Meter hohen Punta dei Lecci.
Elba
ist die drittgrößte Insel Italiens nach Sizilien und Sardinien, Korsika gehört zu Frankreich. Die Ausblicke von der Küstenstraße, z.B. bei dem Ort Chiessi erinnerten uns in Teilen an die Amalfini (Küstenstraße oberhalb der Amalfiküste), die wir allerdings mit dem Bus zurück legten. Hier mit dem Fahrrad empfanden wir dieses Naturerlebnis noch gewaltiger. In Pomonte legten wir unsere Mittagspause ein, was sich bei nur einem Lokal und einer Gruppe von 20 Teilnehmern in die Länge zog. Über zwei kleine Anstiege von jeweils ca. 60-70 hm bei Fetovaia und Cavoli, jeweils mit atemberaubenden Blick auf dessen Badebuchten erreichten wir in Marina di Campo den Bus, der uns zurück ins Hotel brachte.
Da wo
wir gestern aufgehört hatten, ging es heute wieder los. Der Bus brachte uns zurück nach Marina di Campo. Sofort begann das Bergprogramm und die ersten 220 Höhenmeter waren zwischen den Orten San Piero in Campo und Sant'Ilario abgeschlossen. Wir rauschten nach La Pila hinab und legten am Elba Airport eine Kaffeepause ein. Wie Sara uns erklärte, landen hier hauptsächlich kleine Maschinen von Festland-Italienern, die auf Elba ihren Zweitwohnsitz haben. Die Bar, in der wir einkehrten, hatte jedoch keine Flughafenpreise: Zwei Cappuccini + zwei Cornetti = 4,80 Euro.
Um
den Flughafen drum herum begann bei Bonalaccia-Filetto ein nicht enden wollender Anstieg von 260 Höhenmetern. Die Aussicht oben war jedenfalls fantastisch, die Abfahrt nach Lacona ebenfalls nicht zu verachten. Im gemütlichen Ristorante Puccini fand die obligatorische Mittagseinkehr statt. Einige wollten danach baden, bevor es zurück zum Hotel ging. Uns war mehr nach radeln, und so entschieden wir uns, ohne die Gruppe zurück zum Hotel zu fahren. Das war besser für uns, da wir beliebig oft anhalten, die herrliche Landschaft genießen und auch fotografisch festhalten konnten.
Tag 4 - Portoferraio - Enfola - Bagnaia
Für
die Tage 4 und 5 gab es kein offizielles Radprogramm, Sara hatte jedoch einen Vorschlag nach Portoferraio ausgearbeitet. Allerdings sollte es erst um 11:00 Uhr losgehen. Das war uns zu spät. Zudem hatten wir zu Hause schon für die freien Tage vorgesorgt und fuhren somit allein. Uns lag auch mehr an Natur anstelle von Stadtbesichtigung.
Um nicht auf der einzigen stark befahrenen Hauptstraße Richtung Portoferraio zu gelangen wählten wir eine Nebenstraße über Picchiaie, die sich teilweise als schlechter Feldweg darstellte, aber mit einer fantastischen Aussicht auf die Bucht von Portoferraio.
Nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit Besichtigung von Hafen, Altstadt, Forte Falcone und Forte Stella (die letzten beiden nur von außen) fuhren wir weiter zur Halbinsel Enfola und genossen den Blick auf die Buchten der Nordseite von Elba mit dem höchsten Berg, dem Monte Capanne (1.019 m). Zurück nach Portoferraio mussten wir den gleichen Weg nehmen, bauten lediglich noch einen kleinen Schlenker über Viticcio ein. Zurück in Richtung Hotel nahmen wir diesmal die stark befahrene SP26a und radelten vorbei am Hotel in die Bucht von Bagnaia, wo wir eine Mittagspause einlegten. Der mit Palmen bestandene Strand hatte Südseeflair.
Tag 5 - Rio Elba - Ortano - Azzurro
Auch
am heutigen Tag ohne offizielles Programm hatte Sara trotzdem eine Tour ausgearbeitet. Da wir gestern schon allein unterwegs waren und es angenehmer fanden, als mit einer Gruppe von 20 Personen zu radeln, entschieden wir uns wieder für eine eigene Unternehmung. Ziel war das Bergdorf Rio nell'Elba. Die ersten 5 Kilometer ging es steil hinauf auf 330 Meter. Der Blick auf den Volteraio (394 m) mit einem Castello war eine Augenweide. Auch boten sich immer wieder grandiose Küstenblicke an. Am höchsten Punkt unterhalb vom Monte Capanello ging es extrem steil hinab in das Bergdorf Rio nell'Elba.
Als
nächstes Ziel hatten wir die Bucht von Ortano mit der gleichnamigen Grotte als Ziel. Diese befand sich allerdings am Strand einer privat eingezäunten Anlage, und dort war um diese Jahreszeit bereits Tote Hose. Wir fuhren zurück. Brouter (mein Routenplaner) hatte mir einen Weg geplant, der anfangs ganz passabel war, sich im Verlauf aber als grottenschlecht mit tiefen Gräben (wohl durch herabschießendes Wasser) präsentierte. Nach ein paar hundert Metern und 80 Höhenmetern war der Spuk vorbei. Als Alternative zurück auf den befestigten Weg hätte zusätzliche 6 Kilometer und ca. 150 Höhenmeter ausgemacht.
Wir
fuhren weiter gen Porto Azzurro und steuerten jeden möglich Abzweig zu den Buchten an. So kamen wir zum Spiaggia di Reale (mit Schildkrötenbucht) und zum Spiaggia di Barbarossa. Dann fuhren wir nach Porto Azzurro. Hier wollten wir einkehren, entschieden uns aber dann zurück zur Spiaggia di Barbarossa zu radeln und dort im Ristorante Da Mario eine Kleinigkeit zu essen, was eine sehr gute Wahl war. Wir fuhren durch Porto Azzurro, dann ein Stückchen Richtung Capoliveri, besuchten den wohl schönsten Strand der Insel Lido di Capoliveri und radelten erst 3 Kilometer auf der stark befahrenen SP26a und dann 2 Kilometer durch ruhigere Gefilde zurück zum Hotel.
Tag 6 - Enfola - Napoleon - Procchio - Lacona
Heute
war wieder offizieller Radltag, und wir fuhren mit der Gruppe gemeinsam über Portoferraio nach Enfola. Da ein Teil der Gruppe unbedingt zum Monte Enfola hinaufwandern wollte (fahren ging wegen dem stark ausgewaschenen Weg nicht), warteten die anderen (wir auch) 80 Minuten, bis es weiter ging. Das nächste Ziel war die Villa di San Martino, wo Napoleon mal residierte. Diese wollten wieder einige besichtigen, andere nicht. Wir gehörten zu denen, die kein Interesse an Napoleons Wohngemach hatten. So entschlossen wir uns, den restlichen Tag in Eigenregie zu gestalten.
Zuerst fuhren wir nach Procchio an den Strand. Die
Preise für eine dortige Einkehr fanden wir etwas üppig. So entschieden wir uns, zum Flugplatz zu radeln und dort unsere Mittagspause zu verbringen. Das war eine sehr gute Wahl. Den Weg von Procchio dorthin kannten wir noch nicht und so konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schagen.
Nach dem Essen radelten wir, wie bereits am Tag-3, um den Flugplatz und dann auf dem ungeliebten, langen Anstieg nach Lacona. Wir erreichten auf einer etwas anderen Strecke unser Hotel und ließen den Radltag an der Poolbar ausklingen.
Tag 7 - Elbas Osten mit Cavo und Rio Marina
Für
den letzten Tag hatte Sara vorgeschlagen ab Rio Marina über Nisporto zurück zum Hotel zu radeln. Das stieß jedoch gerade bei den Biobikern auf Unbehagen, da diese Strecke gegenüber der Planung über Porto Azzurro ca. 150 Höhenmeter mehr bedeutede. Das kann man nachvollziehen, gerade was die Biobiker gegenüber den motorisierten Teilnehmern bei diesen Streckenprofilen geleistet haben. Wir wollten jedoch gern die Strecke über Nisporto ausprobieren und entschieden uns, auch am letzten Tag ohne die Gruppe zu radeln.
Nach
sieben Kilometern hatten wir gemütlich 150 Höhenmeter erreicht, dann ging es über 15 % steil hinab. Die Bremsen dankten es uns mit wilden Geräuschen. Der Strand in Nisporto wirkte wie ausgestorben, lediglich ein paar Wohnmobile waren zu sehen, die Personen allem Anschein nach noch im Tiefschlaf. Jetzt ging es wieder bergauf und nach 15 Kilometern hatten wir bei knapp über 300 Metern den höchsten Punkt erreicht. Zwischendurch boten sich herrliche Blicke hinab zum Meer.
Da diese Strecke eine Nebenroute nach Rio nell'Elba darstellt, begegneten uns noch keine 10 Autos. Unterhalb von Rio nell'Elba kamen wir wieder auf die Hauptstrecke, der wir bei sanftem Gefälle nun bis Cavo folgten.
Im Cafe Mokambo verdoppelten wir durch unsere Anwesenheit die Anzahl der Gäste, genehmigten uns Kaffee und Cornetto und radelten weiter.
Jetzt zwischen Cavo und Rio Marina befanden wir uns in der Eisenerz-Region der Insel. Unterhalb der Minen, an den Stränden Spiaggia Cala Seregola und Spiaggia dei Topinette legten wir jeweils eine Pause ein. Die Fahrt über die Piste zum Spiaggia Cala Seregola kam uns vor, als würden wir durch kleine, bunte Glasscherben fahren. Es glitzerte und funkelte überall. Es handelt sich wohl um Pyrit, oder auch Katzen- oder Narrengold genannt.
Unten am Strand waren noch Reste von Fabrikanlagen zu sehen.
Nach einer kurzen Rundfahrt durch Rio Marina entschlossen wir uns, ein letztes Mal zur Spiaggia di Barbarossa zu radeln und dort im Ristorante Da Mario einzukehren. Über Porto Azzurro und den Golfplatz Aquabona kamen wir zügig zum Hotel zurück. Da der Bus mit den Wanderern noch nicht da war, also die Räder noch nicht eingladen werden konnten, entschieden wir uns, die Zeit an der Poolbar zu überbrücken.
Wir
waren das erste Mal auf Elba, hatten keine speziellen Vorstellungen und ließen uns überraschen. Die Insel hat alle Erwartungen übertroffen, wir waren begeistert und können uns vorstellen, ein weiteres Mal vielleicht mit RoRadln dorthin zu fahren. Anfang Oktober ist sicherlich eine gute Zeit, die Insel zu besuchen. Nirgends war es überlaufen, und man konnte es einfach nur genießen. Im Sommer dürfte es deutlich lebhafter hier zugehen. Aber, und das fanden wir sehr positiv, es gibt hier nicht diese riesigen Hotelanlangen, wie z.B. am Teutonengrill in Rimini, Cesenatico, Caorle u.ä.
Ein
besonderes Lob sei hier unserer Radguide Sara und dem Busfahrer Karl zuzuschreiben. Sara hat an allen sechs Tagen ein Programm für uns bereit gestellt (vier waren lt. Reisebeschreibung nur vorgesehen) und versucht, allen eine unvergessliche Zeit auf Elba zu bieten. Karl hat selbst die brenzligsten Situationen auf den engen Straßen Elbas souverän gemeistert. Wir haben uns zu jeder Zeit bei ihm in sicheren Händen gefühlt.
Nur bei seinem sogenannten Drei-Gänge-Menü ist gerade für Vegetarier noch deutlich Luft nach oben.
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