Rücksprung zum vorherigen Bild oder zum letzten Thema
erstellt von Kurt am 30.04.2012 / letzte Änderung am 07.05.2012
Dieser Bericht wurde 571 mal angesehen.
Ziel dieser kurzen Zweitages-Rundtour waren einige der vielen Seen im Salzkammergut. Es ging über Salzburg zum Obertrumer See mit Grabensee und Mattsee, vorbei an den Egelseen zum Irrsee und Mondsee.
Tag 1 - 62 km, 530 hm
Start der Tour war der Hauptbahnhof von Salzburg.
Wir haben uns entschlossen, zuerst auf schnellsten Wege zum Mozart-Radweg zu fahren, der ca. 1 km nordöstlich am Bahnhof vorbei führt. Dadurch kamen wir bequem und ohne Verkehr an die Salzach. Der Mozart-Radweg biegt jetzt nach links ab und geht ins Zentrum von Salzburg, wir fahren rechts auf den Tauernradweg, dem wir jetzt vier Kilometer folgen. Unser Ziel ist wieder der Mozart-Radweg, nur halt in anderer Richtung. Wir folgten der Beschilderung nach Anthering. Im Ort angekommen begann unser Leid. Ein nicht enden wollender Berg brachte uns mit unserem Reisegepäck schier zur Verzweifelung, 3 km und 200 hm teilweise über 12 % Steigung waren zu absolvieren. Danach ging es leicht wellig dahin, immer wieder beeindruckende Blicke in die umliegenden Berge.
Bald
kam der erste See unserer Reise in Sicht, der Obertrumer See, eingebettet in eine liebliche Landschaft, Hochgebirge – Fehlanzeige. In Obertrum am See wurden wir von der örtlichen Blaskapelle empfangen – oder galt das Ständchen doch dem eintreffenden Hochzeitspaar.
Der Obertrumer See wird im Norden vom Grabensee und Mattsee flankiert, vom Mattsee trennt ihn nur eine schmale Landzunge, verbunden durch einen Wasserlauf. Wir fuhren weiter in den Ort Mattsee. Hier war die beschilderte Wegführung anders, als wir es in unserem Track aufgezeichnet hatten.
Da ich im Vorfeld den Track auf dem Mozart-Radweg von der OSM-Karte geplant hatte, uns aus der Richtung auch Radler entgegen kamen und wir den Ort auf der Straßenschilderung auf unserer Karte nicht fanden, entschlossen wir uns, der Planung zu folgen und landeten prompt auf der gut befahrenen Landstraße L206. Da waren wohl die Eintragungen in OpenStreetMap nicht ganz korrekt. Nach wenigen Kilometern trafen wir wieder mit dem Salzkammer-Radweg zusammen, die Steigung auf der Landstraße war moderater als die des offiziellen Radweges. Dass wir mit unserer Orientierungslosigkeit nicht allein waren, bewiesen auch andere Radler, die sich ebenfalls auf der Hauptstraße einfanden.
Leicht gewellt ging es weiter, oft mit grandiosen Ausblicken in die umliegenden Berge. Immer wieder tauchten kleine Seen auf und luden bei Temperaturen um die 34 Grad zum Baden ein. Aber Ende April war noch keine ausreichende Wassertemperatur
zu erwarten. In Irnsdorf machte uns die Hitze inzwischen so zu schaffen, dass wir uns möglichst bald eine Unterkunft suchen mussten. Nach einigen Versuchen sind wir dann in der Seepension Steinigerhof am Irrsee gelandet. Hier bezogen wir unser Quartier für die Nacht. Es handelt sich um einen Bio-Bauernhof mit Pension und Gastwirtschaft. Wer es ruhig mag, vielleicht noch ein Bad am hauseigenen Strand, oder eine Fahrt mit den zum Haus gehörenden Ruderbooten unternehmen will, ist hier gut aufgehoben. Sowohl das Abendessen, als auch das reichliche Frühstücksbuffet mit hofeigenen Produkten lies keine Wünsche offen.
Tag 2 - 42 km, 250 hm
Heute sollte die Tour über den Mondsee weiter zum Atter- und Traunsee gehen. Jedoch die gesundheitlichen Beschwerden des Vortages hatten sich nicht wesentlich gebessert. Also entschlossen wir uns, ab Mondsee zurück nach Salzburg zu fahren und die Rückreise nach Rosenheim
anzutreten.
Heute Morgen blies uns ein heftiger Wind entgegen, teilweise kamen wir nur mit 12 km auf ebener Strecke voran. Bald ging es bergab und wir erreichten Mondsee (gleicher Name für Ort und See). Die schon von weiten sichtbare Basilika und Pfarrkirche St. Michael zählt zu den bedeutenden Baudenkmälern Österreichs. Es war gerade Kirchzeit und die riesige Kirche schien mit den Massen von Menschen, die in sie hineinströmten, keine Platzprobleme zu haben. Der Ort selbst kam uns ziemlich mondän vor. Im Nachhinein waren wir froh, dass uns die gesundheitlichen Umstände die ruhige Unterkunft am Irrsee beschert hatten.
Da wir ab hier einen anderen Weg nach Salzburg einschlagen mussten, war neue Routenplanung angesagt. Auf einer schattigen Parkbank packten wir unser Notebook aus und ruck, zuck war der neue Weg nach Salzburg fertig. Nicht immer stimmte die neue Planung mit
der wirklichen Radweg-Beschilderung überein, und an manchen Kreuzungen fehlte wieder die Beschilderung. Der letztlich von uns gefahrene Weg (s. GPS-Track hierzu) ist wohl der optimale Kompromiss daraus. Nach 42 km und etwa 300 hm waren wir wieder in Salzburg.
Fazit: Wir hatten einen gemütlichen Radweg in anmutiger Landschaft erwartet. Die Landschaft war es, geradezu grandios, aber von gemütlich weit entfernt. Mit Tourenrädern, ausgerüstet mit Gepäck für mehrere Tage waren 800 hm bei 100 km kein Zuckerlecken. Jedoch werden wir es in einem gesundheitlich besseren Zustand, vielleicht bei etwas kühleren Temperaturen als 34 Grad wieder versuchen. Die Landschaft macht süchtig.
Rücksprung zum vorherigen Bild oder zum letzten Thema
Diverse Berichte
Freie Weltkarte
Das Dokument ist zu Ende. Es folgt nur noch die Navigation in der Fußzeile.