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erstellt von Kurt am 10.09.2012 / letzte Änderung am 20.10.2024
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Nachdem wir drei Tagen durch Franken geradelt sind, verließen wir heute Bayern und erreichten bei Adelhausen Thüringen. Ein Schild erinnert an die Grenzöffnung und das Ende der Teilung von Deutschland und Europa.
Coburg haben wir am vorigen Tage ausgiebig durchwandert, einschließlich einem anstrengenden Marsch zur Burg. Müde und erschöpft gingen wir schon früh zu Bett. Trotz zentraler Lage war es ruhig im „Münchner Hofbräu“. Das
Zimmer war größer als am Vortag, dafür war das Frühstück auf das nötigste beschränkt. So ist das halt mit den Hotels.
Die Fahrt aus Coburg heraus gestaltete sich einfach und relativ flach ging es dahin. Wir empfanden das als eine Wohltat, wo uns doch die letzten zwei Tage etwas strapaziert hatten. Auf den Straßen war fast kein Kfz-Verkehr, selbst Radler waren eher die Ausnahme. Zudem ist das Land hier um den ehemaligen „Eisernen Vorhang“ herum ziemlich dünn besiedelt, wird aber geprägt von vielen Schlössern und Burgen.
So erreichten wir bald die ganz nette Kleinstadt Bad Rodach, natürlich mit Schloss. Kurz hinter Bad Rodach wies uns ein Schild auf die ehemalige Teilung Deutschlands hin, willkommen in Thüringen. Die Wegführung des von uns gewählten Radweges WOM (Werra-Obermain)
stellte sich als sehr abwechslungsreich dar, manchmal war ein Befahren mit dem Reiserad eben noch möglich. Und wie schon an den Vortagen warteten kurze, aber knackige Steigungen auf uns.
So erreichten wir bald Hildburghausen, wo für uns der Werra-Radweg begann. In einem Getränkemarkt kurz vor dem Ort wähnten wir uns aber im falschen Film. Kurz und zackig wurden wir beschieden: "Hier geht’s nicht rein, nur da hinten!!!" OK, der Eingang war 15 m weiter links, aber dort wo wir Einlass erbaten, ging es auch rein und war nur durch eine offene Tür vom Verkaufsraum getrennt. Freundlichkeit ist was anderes.
Die Altstadt von Hildburghausen war durch eine Baustelle kaum passierbar,
also entschieden wir uns für die Weiterfahrt. Die Wegfindung aus dem Ort zum Werra-Radweg erwies sich nur mit Navi einfach, ansonsten fehlten die Hinweise. Nach dem Ort gab es aber keine Zweifel mehr, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Wegführung ist vorzüglich, immer wieder sind Rastplätze mit überdachten Sitzmöglichkeiten, entsprechender Teil-Abschnittskarte und Informationen zur Umgebung vorhanden – da kann man nur sagen: Vorbildlich! Immer wieder kommt einem da der Fünf-Sterne-Radweg "Main" in den Sinn, und man fragt sich, wer da wohl alles "mitgeholfen" hat, dass dieser zu seiner "Auszeichnung" gekommen ist.
Immer wieder wechselten wir mal auf die linke und dann wieder auf die rechte Seite der Werra, die hier romantisch, teilweise durch urwaldartige Auen fließt, einfach ein Genuss zum radln. Der Weg führte durch
nette kleine Ortschaften, dann am Kloster Veßra vorbei, was aber wegen der hohen Mauern nur zu erahnen war. Es folgte wieder ein schweißtreibender Anstieg und von oben war ein vager Blick ins Kloster möglich. Auf der anderen Bergseite, wieder im Tal kamen wir nach Themar und Henfstädt, wo sich die Werra besonders romantisch präsentierte. So ging es weiter und bald kamen wir in unserem heutigen Etappenziel Meiningen an. Das Zimmer im "Hotel an der Kapelle" hatten wir bereits am Vortag bestellt und waren froh, es nach 83 km und 410 hm beziehen zu dürfen.
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