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erstellt von Kurt am 15.09.2012 / letzte Änderung am 31.10.2013
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Da wir in den letzten Tagen einen Großteil der Zeit für Besichtigungen der vielen reizvollen Orte verbracht haben, war es heute wieder mal nötig, etwas Strecke zu machen, denn wir wollen ja schließlich an die Nordsee.
Rückblickend zu unserer letzten Station ist noch folgendes zu sagen. Eschwege ist eine schöne Stadt mit reichlicher Fachwerksubstanz.
Wem es zeitlich passt, der sollte hier einen großzügigen Stopp einplanen. Es gab 10 Radboxen, die kostenlos genutzt werden können. Den Schlüssel dazu muss man sich im Cafe nebenan für eine Kaution von 10 Euro holen, ein lobenswerter Service der Stadt. Leider verlangt man dann für den Stadtrundgang-Flyer 1,50 Euro. Das ist uns bisher noch nicht passiert, und wir unternehmen an vielen sehenswerten Orten einen solchen Rundgang in Eigenregie. Soviel Geld sollte doch in der Stadtkasse für den Tourismus vorhanden sein. Schade für diesen kleinen Wehrmutstropfen.
Bei unserer Abfahrt war es noch kühl, obwohl im Gegensatz zum Vortag schon stellenweise die Sonne hervorblinzelte, die den Campingplatz mit den vielen Werraseen in ein mystisches Licht tauchte. Heute
morgen wehte ein stürmischer Wind aus unterschiedlichen Richtungen, primär aber aus Nordwest, der uns das Leben nicht leicht machte.
Von weitem auf erhabener Bergposition grüßte uns das Schloss Rothestein, und bald waren wir in Allendorf mit seinen herrlichen Fachwerkhäusern. Wir wollten heute voran kommen. Also radelten wir hindurch und nahmen die Eindrücke für uns auf, ohne sie jedoch auf dem Fotochip zu bannen. Bad Soden auf der anderen Werra-Seite ließen wir links liegen.
Nach diesem längeren Stück Hessen kamen wir bei Wahlhausen wieder nach Thüringen. Hier war Deutschland und Europa bis zum 18. November 1989 um 6:00 Uhr getrennt.
An dieser Stelle muss einmal die Verteilung der Finanzmittel zwischen Ost und West erwähnt werden. Manche Orte in der ehemaligen DDR
bekamen soviel öffentliche Mittel, dass ganze Orte gepflastert wurden, und man auf der anderen Werraseite nicht wusste, wie die sozialen Einrichtungen erhalten werden konnten. Jegliche Subvention ist Mist, wenn sie nach dem Gießkannen-Prinzip angewandt wird.
Der Wind wurde immer stärker. Witzenhausen ließen wir links und Hedemünden rechts liegen. Das sind sicherlich alles sehr reizvolle Orte mit reichlicher Fachwerksubstanz, aber wir wollte ja vorankommen. Dann kamen wir nach Hann. Münden und die Werra war zu Ende. Hier begann aus Fulda und Werra der deutsche Strom die Weser. Eine Inschrift auf dem Weserstein besagt es:
Wo Fulda sich und Werra küssen,
sie ihren Namen büßen müssen,
und hier entsteht durch diesen Kuss,
deutsch bis zum Meer der Weserfluss."
Hann. Münden kannten wir von früheren Reisen schon. Deshalb besuchten wir hier nur den Weserstein, machten eine kurze Pause und fuhren auf der rechten Seite der Weser weiter Fluss abwärts. Wer noch nicht in Hann. Münden war, sollte dieser beeindruckenden Stadt unbedingt seine Aufmerksamkeit schenken.
Die rechte Weserseite liegt in Niedersachsen, die linke in Hessen, zumindest bis Bad Karlshafen. Wir wählten Niedersachsen, da hier die Wegführung romantischer ist. In Hemeln, an der Fähre nach Reinhardshagen, legten wir eine kurze Pause ein und schauten ein wenig dem Fährbetrieb zu.
Ein knackiger Berg störte neben dem weiterhin heftig, teilweise mit Sturmböen wehenden Wind unser
Vorankommen. Oben am Anstieg hatten sich einige Radler verewigt und dieser Steigung den Namen "Böser Bernd Berg" gegeben. Entschädigt wurden wir danach allerdings durch einen wunderschönen Waldweg.
Als Ziel hatten wir uns heute Bodenfelde gesetzt. Aber der Ort gefiel uns nicht so richtig. Einen Einheimischen befragt, fuhren wir noch drei Kilometer weiter nach Wahmbeck, wo wir eine Unterkunft fanden. Hier ist wie man so schön sagt, der Hund begraben, absolut nix los, noch nicht mal eine vernünftige Mobilfunk-Verbindung ist vorhanden. Die Bleibe ist ok, und nach fast 100 km ist man sowieso kaputt – dann bis zum nächsten Tag.
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