Rücksprung zum vorherigen Bild oder zum letzten Thema
erstellt von Kurt am 16.09.2012 / letzte Änderung am 27.09.2012
Dieser Bericht wurde 448 mal angesehen.
Bei Sonne pur und strahlend blauem Himmel verließen wir das Münchhausenland. Unser heutiges Ziel war die Porta Westfalica / Minden.
Entlang der Weser auf schönen Wegen tauchte im Morgendunst am anderen Ufer Schloss Hehlen auf. Hinter dem Ort Hajen stießen wir auf eine seltsame Skulptur am Wegesrand, es waren die Hüossen. Hier ist eine kurze Geschichte dazu:
Bevor es Motoren gab, wurden die Schiffe von Treidelschiffern stromaufwärts gezogen. Die Treidelschiffer, verächtlich auch „Hüossen“ genannt, kehrten regelmäßig in Hajen ein.
Eines Tages stahlen sie einen Hasenbraten aus dem Ofen, verzehrten ihn und verschwanden wieder, bevor der Wirt es merkte.
Der Wirt schwor Rache, und als die Hüossen später wieder einkehrten, schlachtete er seinen alten Kater. Als die Hüossen den Kater gegessen hatten, zeigte der Wirt den Balg und klärte sie auf. Daraufhin wurde ihnen speiübel, und sie erbrachen sich.
Fortan zogen die Hüossen an Hajen vorbei und miauten so jämmerlich, bis die Bauern sie mit Mistgabeln verfolgten.
Seitdem wird dieser Ort „Kattenhajen“ genannt.
Danach "erstrahlten" schon von Weiten die riesigen Kühltürme des AKW Grohnde. In Tünder begrüßte uns dann die erste Windmühle auf dieser Reise nach Kolbermoor. Wir näherten uns Hameln und das Wesertal wurde breiter und insgesamt flacher, die Bauweise wurde norddeutscher. Jetzt waren wir in Hameln, der Stadt der Rattenfänger. Rechtzeitig zu unserem Eintreffen wurde von einer Theatergruppe dieses Märchen vom Rattenfänger aufgeführt. Wir schauten uns das Treiben ein wenig an, um dann weiter zu fahren.
Zwischen Hameln und Rinteln gibt es wenig Spektakuläres zu berichten. Es ging halt so dahin. In der historischen Altstadt von Rinteln haben wir eine Pause eingelegt. Je weiter man nach Norden kommt, umso teurer wird anscheinend das Bier. Das trauen sich noch nicht mal Münchner Gastronomen, 3,70 Euro für die Halbe zu verlangen.
Kurz hinter Rinteln war schon die Porta Westfalica in ca. 10 km Entfernung zu sehen, das Ende des Weserberglandes und der Beginn der Norddeutschen Tiefebene. Naja
dachten wir, ist ja nicht mehr weit. Was wir übersehen hatten, war die große Weserschleife in leicht hügliger Landschaft. Hier macht die Weser einen weit ausladenden Schwenk nach Westen. Da wir auch heute, wie schon in den Tagen zuvor starken Westwind hatten, gehörte das nicht zu den vergnüglichen Seiten des Tages. Teilweise dachte ich schon, mein Navi wäre kaputt, da immer nur Fahrtrichtung West, teilweise Südwest angezeigt wurde. Diese Schleife brachte uns zusätzliche 30 km. So war die Entfernungsangabe von Rinteln bis Minden mit 43 km doch richtig.
Erschöpft in Minden angekommen haben wir sofort eine Unterkunft gefunden, die wohl schönste unserer gesamten Reise. Die Altstadt ist ganz nett, wobei die bisher durchreisten Städte uns historischer vorkamen. In einem spanischen Lokal haben wir dann den Abend ausklingen lassen.
Zum nächsten Tag
Zum vorigen Tag
Zurück zur Übersicht der Reise
Rücksprung zum vorherigen Bild oder zum letzten Thema
Diverse Berichte
Freie Weltkarte
Das Dokument ist zu Ende. Es folgt nur noch die Navigation in der Fußzeile.