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erstellt von Kurt / Steffen am 17.09.2019 / letzte Änderung am 22.05.2021
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Nachdem es uns 2014 in Follina so gut gefallen hatte, fuhren wir dieses Jahr erneut hin
Tag 1 - 01.09.19 - Anreise
Gastgeber Daniele hatte uns (Kurt und Uschi) gebeten,
vor den anderen Gästen anzureisen, um die Zimmer optimal zu verteilen. So bekam Jede/r die passende Bleibe für die nächsten Tage. Die Reisenden trafen nach und nach ein und gesellten sich im Garten unter den Weinlauben. In einer gemütlichen Runde verkosteten wir die ersten Tropfen des leckeren Traubengetränkes, das wir in den nächsten Tagen noch ausgiebig genießen wollten.
Am Abend gab es dann für alle 15 Personen ein gemeinsames Abendessen.
Tag 2 - 02.09.19 - Lago, Molinetto, Pieve di Soligo
Es
ist schon fast Tradition, dass am ersten Tag einer RoRadln-Reise unbeständiges Wetter vorherrscht. So war auch für heute kein optimales Radlwetter vorhergesagt. Aber heute Morgen war es noch trocken, und so fuhren wir los. Wir rauschten nach Follina hinab und strampelten dann gen Osten in Richtung Vittorio Veneto. Auf schönen, neu angelegten Radwegen (gegenüber 2014 hat sich einiges getan) fuhren wir durch die Kulturlandschaft, wo Wein und Getreide angebaut wird.
Der anschließende Waldweg war recht idyllisch, auch wenn sich der Abschluss zur Straße etwas ruppig gestaltete und manch Eine/n aus dem Sattel zwang. Bald darauf kamen wir zum Lago di Santa Maria,
der sich harmonisch in die Landschaft schmiegt. Sicher wären wir noch etwas länger geblieben, aber aus der Ferne von Westen her grollte es, und die dunklen Wolken kamen näher. So machten wir uns zügig auf nach Tarzo. Kaum hatten wir die leichten Höhen erklommen und befanden uns im zentralen Prosecco-Gebiet, lockerte die Bewölkung auf und es zeigte sich sogar vereinzelt die Sonne.
Auf wunderschönen, kleinen Wegen rauschten wir durch die Weinberge hinab, bis uns in Prapian ein zäher Anstieg erwartete. Nachdem sich oben alle gesammelt hatten, ging es auf einem schotterigen Waldweg wieder hinab zur Molinetto della Croda aus dem 17. Jahrhundert. Diese romantische Mühle ist ein beliebtes Fotomotiv für Hochzeitspaare
und begeisterte die RoRadler ebenso.
Da das Wetter immer noch stabil aussah, entschlossen wir uns, der Eisdiele "Al Ponte" in Pieve di Soligo einen Besuch abzustatten. Hier gibt es wohl das beste Eis der gesamten Umgebung, und sie ist inzwischen fester Bestandteil unserer Radtouren um Follina. Nachdem wir die Köstlichkeiten des Hauses genossen hatten, war uns das Wetter nicht mehr hold, und es begann zu regnen, was sich leider bis in den späten Abend hinzog.
Tag 3 - 03.09.19 - Weinbergrunde
Das Wetter hatte sich gebessert, und so stand heute die Paradetour dieser Reise durch die Weinberge an. Nach zwei Kilometern, erst den obligatorischen Berg hinab und dann entlang des Flusses Soligo begann der steile
Anstieg in die Weinberge. Dann ging es mit weniger Prozenten dahin. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke in die umliegenden Weinberge. Ein Feigenbaum hielt seine Früchte feil. Diese schmeckten vorzüglich, und uns wuchsen davon auch keine langen Ohren, wie im Märchen vom "Kleinen Muck" . Als wir weiterfahren wollten, stellten wir einen Plattfuß fest, der von unserem Serviceteam um den Radmechaniker Hans souverän behoben wurde.
Bei der Auffahrt nach Combai ging es scharf links vom Hauptweg ab, um einen Aussichtspunkt zu erreichen. Leider fuhren alle GPS-Track-Besitzer voraus, und die Nachkommenden hatten das Nachsehen. Im Ort wurden sie dann eingefangen und ebenfalls zum Aussichtspunkt geleitet.
Wir
verließen den Ort, wieder über zum Teil neue Radwege durch die Gärten und steuerten "Col San Martino" mit seiner Kirche "Chiesetta di San Vigilio" an. Diese Kirche mit ihrer überdimensionalen Uhr ist schon von Weitem sichtbar und nur über einen sehr steilen An- und Abstieg zu erreichen. Hier legten wir eine kleine Pause ein, das Gotteshaus war diesmal leider nicht zugänglich.
Wieder im Tal fuhren wir in flachem Gelände durch die Felder, kamen zum Esel, dem wir schon 2014 einen Besuch abstatteten und fuhren weiter nach Farra di Soligo. Hier legten wir eine Pause ein. Eigentlich hatte die Eisdiele heute Ruhetag, aber wohl aufgrund der großen Gruppe öffnete sie kurzerhand. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass die Wirtsleute lange in Deutschland gelebt haben.
Jetzt standen wieder Berge auf dem Programm. Es ging
steil hinauf nach Collagú, was uns wieder tolle Blicke in die umliegenden Weinberge bescherte. Aufgrund des sonnigen Wetters mit ein paar Fofografierwölkchen am Himmel entschieden wir uns, noch nach Rolle zu fahren. Der Ort liegt in einem Halbrund und ist nach Westen ausgerichtet, wodurch er in der Nachmittagssonne ideal ausgeleuchtet wird. Rolle wird zurecht als der schönste Ort im Prosecco-Gebiet bezeichnet. "Eine Postkarte von den Göttern gesandt", so beschrieb der Dichter Andrea Zanzotto diese Gegend - und er hatte recht. Es ist einfach himmlisch hier (siehe Titelbild).
Nach den obligatorischen Bildern stand der Heimweg an. Da wäre einmal die Straße gewesen. Aber über diese mussten wir nach Bella ins Tal und dann den Anstieg zu Al Col wieder hinauf. Auf der Karte hatten wir zwei Wege durch die Weinberge ausgemacht. Wir entschieden uns für einen. Der war anfangs auch noch recht gut zu fahren. Wo Autos durchkommen, gibt es auch für uns Radler keine Probleme - dachten wir.
Dann wurde
aus dem Fahrweg ein Trampelpfad und der endete bald an den Felsen. Gemeinsam wurden die Räder über die Steine gehievt, und weiter ging es. Der Weg wurde wieder enger, und es kamen Dornen dazu. Vier Personen waren schon außer Sichtweite. Der Rest kehrte um. Wir hatten (vor den Dornen) einen steilen Abzweig übersehen. Den nahmen wir jetzt und kamen so wieder auf die reguläre Piste nach Al Col. Die vier Ausreißer fanden sich bald im Tal in Follina wieder und mussten so trotzdem den üblichen Berg nach Al Col aufsteigen.
Diese Exkursion wurde dann gemeinsam in geselliger Runde bei reichlich Prosecco in allen Einzelheiten besprochen.
Tag 4 - 04.09.19 - Refrontolo - Pieve di Soligo / Susegana
Die Dornen
der abenteuerlichen Fahrt vom Vortag ließen heute in den Mänteln der Räder grüßen. Nachdem die Reparaturen beendet waren, wurde die Tour nach Susegana in Angriff genommen. Leider war es mir als Schreiber dieses Berichtes aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, die Tour bis zum Ende durchzuführen. So fuhr ich mit zwei weiteren Personen von Refrontolo über Pieve di Soligo nach Al Col zurück. Die restliche Tour wurde von Steffen geleitet. Hier ist sein Bericht:
Kaum hatten wir am Friedhof von Refrontolo die Hauptstraße verlassen, wartete die geplante Route mit einigen Überraschungen
auf, insbesondere einem selten begangenen Waldpfad mit Bachquerung. Zumindest die Teilnehmer der Dschungeltour am Vortag konnte das aber kaum noch schrecken. Zurück in der Zivilisation, fuhren wir hinauf in das Dörfchen Rua di Feletto, wo wir bei einer Pause vor der Kirche die schöne Aussicht genossen.
In
zügiger Fahrt rauschten wir dann hinab zum Ortseingang von Conegliano. Dort beschlossen wir, diesen Hauptort des Prosecco-Gebiets nicht links liegen zu lassen. Bevor das Zentrum erreicht war, musste aber erst eine weitere Reifenpanne als Rache des Dschungels behoben werden. Nachdem wir den kaum frequentierten historischen Stadtkern mit Piazza, Dom und Palästen durchquert hatten, machten wir in einer Bar mit Eisdiele Pause. Unsere Bestellungen in Italienisch hätten wir uns sparen können, denn der Chef war jahrzehntelang in Deutschland tätig und hätte beinahe eine Rosenheimer Eisdiele übernommen!
Frisch
gestärkt fuhren wir nach Susegana weiter und kurbelten dort zum Castello San Salvatore hinauf, das schon im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde und zu den größten Burgen in Norditalien zählt. Weil das Kastell seine Pforten offenbar nur für Events öffnet und niemand von uns eine Hochzeit oder ähnliches gebucht hatte, mussten wir uns mit dem lohnenden An- und Ausblick zufrieden geben. Dann ging es weiter hinauf in einen schönen Laubwald, wo die Mehrheit einen Abstecher zu einem noch höheren Aussichtspunkt namens
San Daniele Tombola anhängte. Als wir dort ziemlich ungeordnet auf der Straße herumstanden, kurbelte ein Gemeinde-Angestellter die Scheibe seines Autos herunter - aber nicht, um sich zu beschweren, sondern um freundlich zu fragen, ob er uns mit Trinkwasser aushelfen könne!
Am Ortseingang von Pieve di Soligo erinnerte uns ein neuerlicher Luftverlust wieder an die gestrige Tour. Die Reparatur konnte bis vor unsere Stamm-Eisdiele im Zentrum aufgeschoben werden, nahm aber bei diesem E-Bike einige Zeit in Anspruch. Etliche Teilnehmer nutzten dies für den Besuch des imposanten Doms oder ein Eis, bevor wir nach Al Col aufbrachen.
Tag 5 - 05.09.19 - Basssano del Grappa - Cittadella
Heute
fand eine Tour statt, zu der wir mit dem Auto ca. 30 km anfahren mussten. Als Ziel stand Bassano del Grappa, Cittadella und Asolo an. Für die Tour selbst wurden ca. 66 km veranschlagt. Das wäre nur mit dem Rad ab/bis Al Col nicht machbar gewesen.
Vor der Abfahrt zeigte sich ein Vorderrad erst einmal wieder äußerst platt. Die Dornen hatten sich verdammt gut im Mantel versteckt. Durch diese kleinen Unwegsamkeiten sollte der geplante Start der Tour um 10:00 Uhr nicht mehr realisierbar sein.
Irgendwann ging es endlich los. Zunächst standen ca. zwei Kilometer auf der stark befahrenen Straße an. Manche Autofahrer fühlten sich in ihrem Fortkommen dermaßen gestört, dass sie uns mit lauten Hupkonzerten begleiteten. Dann folgten wir ein Stück dem schönen Radweg entlang des Torrente Muson
und weiter auf ruhigen Nebenstraßen kamen wir nach Bassano del Grappa. Leider war Markttag in der Stadt, und die schönen Plätze waren mit Klamotten- und Tandläden vollgestopft. Und dann war auch noch das Wahrzeichen der Stadt, die "Ponte degli Alpini" total eingerüstet - schade. Wer das oben gezeigte Bild von Bassano del Grappa in guter Auflösung haben möchte, kann mich anschreiben.
Nach einem Aufenthalt von etwa einer Stunde und dem etwas verhinderten Fotostopp an der Brücke fuhren wir in die Felder südlich von Bassano del Grappa. Hier wird der Brenta in viele Kanäle aufgeteilt, um das Land zu bewässern. An einer passenden Stelle hielten wir an und nutzten das kühle,
klare Nass zum Kneippen.
Flach ging es weiter durch die landwirtschaftlich genutzte Ebene nach Cittadella. Das Stadtbild wird geprägt von der fast vollständig erhaltenen, gut renovierten Stadtmauer, die den historischen Stadtkern umgibt und zu begehen ist. Hier machten wir eine Pause ohne Zeitbeschränkung, damit Jede/r genügend Zeit hatte, die Stadtmauer zu begehen, sofern Interesse bestand. Zur Abfahrt, wer hätte es anders erwartet, war wieder ein Vorderrad platt, das gleiche, wie am Morgen. Zwei Personen hatten uns mit dem Auto begleitet, und so wurde das Rad und eine Person zum Parkplatz zurück transportiert. Als alle Radler wieder am Parkplatz eintrafen, fehlte die Zeit für einen Abstecher nach Asolo, und wir fuhren mit dem Auto nach Al Col zurück.
Tag 6 - 06.09.19 - Regentag
Zwei Personen, die nur für fünf Tage gebucht hatten, fuhren heute nach Hause, dafür reiste eine neue Teilnehmerin an. Jede/r verbrachte den Tag entsprechend der eigenen Interessen.
Tag 7 - 07.09.19 - Valdobbiadene - Vidor - Piave
Zwei Personen reisten heute vorzeitig ab - schade.
Es war bewölkt aber trocken. Steffen leitete die oben genannte Tour, da Kurt wieder mal aussetzen musste.
Zunächst
fuhren wir auf einer wenig befahrenen Straße zum Weinort Guia hinauf. Je höher wir kamen, desto besser wurde der Ausblick, am besten sicherlich im darauf folgenden Ort Santo Stefano. Südlich davon erstreckt sich das nur 107 Hektar große Cartizze-Gebiet, in dem besonders hochwertiger und teurer Prosecco hergestellt wird. Wir fuhren weiter nach Westen und gelangten über San Pietro di Barbozza hinab nach Valdobbiadene, dem westlichen Hauptort des Prosecco-Superiore-Gebiets. Dort machten wir beim Dom mit seiner ungewöhnlichen Säulenfassade und einem hohen Campanile Halt.
Weil
es für eine Mittagspause noch zu früh war, radelten wir weiter in Richtung Südosten. Ein kleiner Schlenker nach Saccol führte uns wieder an den Rand des Cartizze-Gebiets. Über San Giovanni und Vidor erreichten wir das eindrucksvoll breite und naturbelassene Flussbett des Piave, dessen Windungen wir bereits bei anderen Touren aus der Ferne hatten schimmern sehen. Jetzt konnten wir sogar ein Stück direkt am Fluss entlang fahren. Der flache Weiterweg führte uns dann meist auf Feldwegen nach Mosnigo. Die beiden nächsten Orte Moriago und Sernaglia tragen die Namens-Erweiterung "della Battaglia" wegen der für Italien erfolgreichen Schlacht von Vittorio Veneto im 1. Weltkrieg.
Wir Radfahrer freuten uns nach etlichen Kilometern Hauptstraße über die Mittagspause in "unserer" Eisdiele von Pieve di Soligo, wo heute Markt stattfand. So gestärkt bereiteten die letzten Kilometer nach Al Col keine Probleme mehr.
Abends fand dann eine Kellerführung mit anschließender Verkostung statt, die in deutscher Sprache von Danieles Frau Consuelo sehr amüsant durchgeführt wurde. Zitat von ihr: "Wenn dann die kleinen Hefen den Fruchtzucker aufgefressen haben ...". Gegen Abend wurde das Wetter schlechter und regnerisch.
Tag 8 - 08.09.19 - Regentag
Der heutige Tag fiel durchgehend ins Wasser. Ebenfalls reisten heute wieder vier Personen ab, die nicht für den gesamten Zeitraum gebucht hatten.
Tag 9 - 09.09.19 - Refrontolo
Das
Wetter war wieder besser geworden. So stand wieder eine Tour an. Es ging in das östliche Proseccoland. Die Anfahrt glich der am ersten Tag, lediglich bogen wir früher ab in Richtung Weinberge. In Gal ging es steil nach Zuel di Là und weiter nach Arfanta, wo wir bei 376 Metern den höchsten Punkt der heutigen Tour erreichten. Nach einem kurzem Stopp mit herrlichem Blick in die Landschaft radelten wir weiter.
Ein Teil der Gruppe fuhr voraus, die anderen Beiden sammelten ein verlorenes Kleidungsstück der Vorausfahrenden ein. Etwas Verwirrung brachte dann beiden Gruppen ein unscheinbarer Abzweig,
an dem beide erst einmal vorbei fuhren. Danach verlor man sich aus den Augen, und Jeder wähnte die Anderen vor sich. Ein kurzer Telefonanruf brachte Klärung und nach fünf Kilometern hatte man sich wieder.
Nach einem angenehmen Anstieg in vielen Serpentinen nach Refrontolo kehrten wir in einer netten Bar ein und ließen es uns gut gehen. Wir fuhren weiter zur Molinetto della Croda, die wir schon am ersten Tag besuchten und anschließend nach Rolle. Dort entstanden wieder zwei Gruppen. Die einen fuhren erneut durch die Weinberge, diesmal auf dem zweiten Weg ohne Dornen, die anderen drei Personen wählten den Weg hinab nach Bella und dann den obligatorischen Anstieg nach Al Col.
Tag 10 - 10.09.19 - Eremo di San Gallo / Pianezze
Heute gab es wieder zwei Gruppen. Die Tour Pianezze wurde von Steffen geleitet und ist hier beschrieben:
Auf
mehrfachen Wunsch fand heute eine Tour statt, die weit über die Weinberge hinaus in die Voralpen gehen sollte. Wie an Tag 7 fuhren wir zunächst nach Santo Stefano, bogen aber dort bergwärts ab, was sich gleich in Form von 20-prozentigen Steigungen bemerkbar machte. Eine Gruppe italienischer Fußgänger begutachtete unsere Mittel für den Anstieg: E-Motor-Unterstützung wurde getadelt, reine Muskelkraft gelobt. Bald hatten wir Häuser und Weinberge zurückgelassen und kamen im Wald auf teils schottrigem, teils betoniertem Untergrund bei zivilen Steigungen gut voran.
Ein entgegenkommender älterer Herr hätte uns in der einsamen Gegend gerne auf einen Kaffee in sein höher gelegenes Haus eingeladen, wenn seine Frau
nicht krank gewesen wäre. Nachdem wir dieses Haus passiert hatten, wurde der Weg deutlich steiler und schlechter; die meisten mussten schieben. Dafür kamen wir aus dem Wald heraus und konnten sogar das Meer sehen! Die Wege-Situation besserte sich allmählich, weil das Gebiet von oben erschlossen wird. Mit steigender Höhe kamen wir aber immer mehr in die Wolken. So machten wir im Vertrauen auf den guten Wetterbericht gleich im ersten Wirtshaus in Pianezze Mittagspause.
Tatsächlich konnten wir danach bei Sonnenschein weiter fahren, nun durchgehend auf Asphalt mit mäßigen Steigungen. Nahe der Alm Malga Budui traten wir eine rauschende Abfahrt von gut 1.000 Höhenmetern an, die den Bremsen einiges abverlangte. Spätestens im Tal war auch allen Teilnehmern wieder warm, aber eine offene Eisdiele fanden wir weder in Combai noch in Miane, sondern erst kurz vor dem Schlussanstieg in Follina.
Da
ich (Kurt) gesundheitlich dieses Jahr nicht so lange, schwere Touren fahren konnte, entschied ich mich gegen den interessanten Ausflug nach Pianezze (siehe oben). So wollten wir neue Wege nach Collagú und in ein Seitental des Torrente Peron erkunden. Leider waren die auserkorenen Strecken entweder für Radler gesperrt, oder in so schlechtem Zustand, dass wir davon Abstand nahmen. Somit fuhren wir die Auf- und Abfahrt nach Collagú wie am Tag 3, nur in umgekehrter Richtung, und radelten dann ein wenig durch die Felder, auch um die stark befahrene Straße in Farra di Soligo zu umgehen. Dann folgte eine steile Auffahrt zur Chiesetta di San Gallo, einem Aussichtspunkt auf 366 m oberhalb von Pieve di Soligo mit gutem Fernblick. Zum Abschluss radelten wir in die Eisdiele Al Ponte in Pieve di Soligo und anschließend zurück nach Al Col.
Tag 11 - 11.09.19 - Tarzo - Eremo di San Gallo
Am letzten Radltag sind wir nochmal das volle Programm mit kräftigen Höhen gefahren.
Die Anfahrt war ähnlich, wie am Tag 9, jedoch ging es diesmal noch einen Abzweig vorher in die Weinberge nach Zuel di Qua und dann nach Zuel di Là. In Arfanta nahmen wir diesmal den Weg, den wir am Tag 9 fälschlicherweise ansteuerten, unseren Fehler aber dann korrigierten. Heute waren wir also auf der richtigen Piste.
Es ging steil hinab und noch steiler wieder mit geschätzten 20 % hinauf. Talwärts wurden wir auf lautes Hundegebell aufmerksam, in Italien nicht ungewöhnlich, oder weiter erwähnenswert, wenn sich zwischen uns und den "lieben Tierchen" ein Zaun befindet. Nur der fehlte hier, und ca. 30 kleine Kläffer stellten sich uns in den Weg. Schieben der Räder war angesagt, um nicht den Jagdinstinkt zusätzlich zu wecken. Filmen wollten sie sich anscheinend auch nicht lassen, was sie dem Kameramann mit einem Zwicken in die Wade quittierten.
Auf ruhigen Wegen rauschten wir hinab nach Corbanese und fuhren anschließend zur "Chiesa Parrocchiale di San Pancrazio in Formeniga", die schon von Weitem zu sehen war. Wieder im Tal folgte eine bekannte Bergetappe der Giro Italia, was durch zahlreiche Hinweistafeln am Fuße des Anstieges dokumentiert ist. An den einzelnen "Rampen" wird auf die Steigungsprozente hingewiesen. Für uns als E-Biker stellen solche Anstiege keine Probleme mehr dar. Jedoch waren wir vor ein paar Jahren schon einmal hier und hatten ohne Motor ganz schön zu knabbern.
Wieder auf der Höhe in San Pietro di Feletto angekommen, stellte sich der Drang nach einer Einkehr ein. So nahmen wir die nächsten 10 km nach Pieve di Soligo zur Eisdiele "Al Ponte" zügig in Angriff. Nach einer ausgiebigen Pause trennten sich wieder unsere Wege. Diejenigen, die am Tag 10 schon zur Chiesetta di San Gallo gefahren waren, fuhren direkt nach Al Col. Die restlichen Tourteilnehmer gönnten sich noch 200 zusätzliche Höhenmeter und die herrliche Aussicht auf unser Urlaubsziel der letzten 10 Tage.
Tag 12 - 12.09.19
Abreise der restlichen Gäste
Fazit der Reise
Alles Schöne hat leider ein Ende und somit auch unsere Reise nach Follina Al Col.
Zusammenfassend können wir sagen, dass nahezu alles perfekt war. Angefangen von einem außerordentlich liebenswerten Gastgeber, eine hervorragende Unterbringung mit venetischer Küche vom Feinsten, süffigem Prosecco, vielen interessanten Eindrücken und, und, und. Nur das Wetter hätte sich ein wenig mehr Mühe geben können.
Wir können allen, die noch nicht dort waren, Al Col mit ruhigem Gewissen weiter empfehlen. Wer Ruhe und Erholung in einer anmutigen Landschaft bei liebenswerten Menschen sucht, ist dort bestens aufgehoben.
GPS-Tracks
Diesem Bericht habe ich nur die geplanten Tracks für 2019 hinzugefügt und nicht, wie sonst üblich, die gefahrenen Tracks,
da sie sich von diesen nur geringfügig unterscheiden. Wieviel Kilometer und Höhenmeter jeweils gefahren wurden, könnt ihr der Statistik entnehmen. Die GPS-Tracks aus 2014 findet ihr unter diesem Link mit der Eingabe Prosecco im Suchbegriff.
Dank an …
Immer dann, wenn ich gesundheitlich nicht in der Lage war, sind Birgit und Steffen eingesprungen und haben die Touren souverän geführt - dafür meinen ganz herzlichen Dank.
Kurt Schmidt / Steffen Storandt
Rosenheim, im September 2019
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