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erstellt von Kurt am 07.08.2015 / letzte Änderung am 30.01.2017
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Im Sommer 2015 waren wir auf unserer jährlichen RoRadln-Reise in der Fränkischen Schweiz. Was wir dort erlebt haben, ist auf den nächsten Seiten beschrieben.
Sonntag, 26.07.15 - Anreise
Nach individueller Anreise auf teilweise überfüllten Autobahnen reisten elf Teilnehmer zur der diesjährigen RoRadln-Reise in Waischenfeld im Gasthof Jöbstel an. Am Abend trafen sich alle Mitreisenden zum Essen und gemeinsamer Besprechung der weiteren Tage.
Montag, 27.07.15 – Binghöhle und Felsengarten
Aufgrund
der Wettervorhersage mit Regen (das schöne Wetter der letzten Wochen war leider vorbei) wurde eine kurze Tour zu einigen Höhlen geplant. Zum Frühstück sah es noch sonnig aus. Das änderte sich jedoch zum geplanten Abfahrtstermin um 9:00 Uhr immer mehr. Als endlich alle Räder aus der sicheren Garage befreit waren, fing es an zu tröpfeln. Davon wollten wir uns nicht abschrecken lassen und fuhren los. Just in diesem Moment wurde der Regen stärker, und nach nur 500 m entschieden wir uns zur Umkehr und Programm-Änderung. Um 10:00 Uhr war neuer Treff, diesmal mit Wanderkleidung.
Wir
fuhren also mit dem Auto nach Streitberg. Erstes Ziel war die Besichtigung der Binghöhle. Vom Parkplatz führte ein kurzer, steiler Weg zur Höhle. Unsere Gruppe musste noch ein wenig warten, bis die Führung begann. Alle Teilnehmer waren von dem Reichtum dieser besonders schönen Tropfsteinhöhle begeistert. Die kurzweilige Führung dauerte fast eine Stunde.
Susanne hatte die Beschreibung einer schönen, kurzen Wanderung durch die Felsenwelten von Streitberg parat. Diese unternahmen wir. Zuerst ging es auf die Burgruine Streitberg. Von hier hatten wir einen herrlichen Blick in das Wiesenttal.
Wir verließen die Burg wieder und folgten nun dem beschriebenen Weg. Dieser war gesäumt von vielen einzeln stehenden Felsentürmen. Dann wurde es richtig romantisch. Es war ein wahrer Felsengarten. Durch schmale Spalten zwischen den Felswänden mussten wir uns hindurch zwängen. Leider ging auch die eine oder andere kräftige Schauer auf uns nieder. Einmal suchten wir unter einen kleinen Felsvorsprung Wetterschutz, und nicht alle hatten Platz. Nur 50 m weiter hinter einer Biegung hätte "Klararuh " mit einer imposant überhängenden Wand locker Regenschutz für uns alle geboten. Danach führte uns der Weg an die kleine Höhle
Schneiderloch und an die Muschelquelle
Wieder zurück in Streitberg kehrten wir im "Gasthof zum Schwarzen Adler" ein. Nachdem alle gut gegessen hatten, waren es nur ein paar Schritte zur Schnaps-Brennerei gleich gegenüber. Hier hat noch der/die Eine oder Andere von uns guten "Fränkischen Brand" erstanden. Dann fuhren wir nach Waischenfeld zurück. Trotz nicht optimalem Radler-Wetter war es ein schöner radlfreier Tag.
Dienstag, 28.07.15 – Riesenburghöhle, Aufseßtal und Krögelstein
Tour: 60 km - 485 hm
Heute
hatten wir uns vorgenommen, endlich zu radeln.Geweckt wurden wir jedenfalls mit Sonnenschein, der jedoch bald verflog und den Himmel in schlichtes Grau hüllte. Als dann zum Frühstück noch eine kräftige Dusche niederging und die Wettervorhersage sich auf Regen eingependelt hatte, war ein Teil der guten Laune dahin. Um 9:30 Uhr fuhren wir dann los.
Es ging entlang der Wiesent, zum Teil auf Wanderwegen bis nach Doos. Hier entschieden wir uns kurzfristig, die nahe gelegene Riesenburg-Höhle aufzusuchen. Die Riesenburg stellt den Überrest einer größeren Karsthöhle
aus Frankendolomit dar, die durch die Einwirkung von Wasser entstand. Sie gehört zu den bayerischen Geotopen und ist absolut sehenswert.
Danach fuhren wir ein kurzes Stück auf der Staatsstraße zurück bis Doos und bogen dann in das beschauliche Aufseßtal ab. Ein idyllischer Wanderweg war bis kurz vor Aufseß unser Begleiter. Dann ging es ein Stück auf der kaum befahrenen Straße nach Aufseß, zur Burg hinauf und drüben wieder hinunter. Jetzt waren wir auf dem Brauerei-Wanderweg. Der steht im Guinness-Buch der Rekorde. Auf 14 km liegen hier vier Brauereien am Weg. Wir versagtem den edlen Gerstensaft und fuhren weiter nach Wiesentfels.
Da uns der Weg vom Aufseßtal ins Wiesenttal führte, war das zwangsläufig mit Höhen verbunden. Wiesentfels ist recht romantisch mit seiner gleichnamigen Burg. Diese ist jedoch im Privatbesitz und leider nicht zu besichtigen.
Das nächste Highlight mit seinen imposanten Felsentürmen war Krögelstein. Hier entschieden wir uns auch aufgrund der vorangeschrittenen Zeit, entgegen der geplanten Wegführung nicht zum Felsengarten Sanspareil
zu fahren. Diesen werden wir bei einer extra Tour nur dorthin besuchen. Also ging es durch das beschauliche Krainachtal über Hollfeld und
Plankenfels zurück nach Waischenfeld.
Gern wären wir unterwegs eingekehrt. Dieser Wunsch blieb uns bis Waischenfeld leider versagt, da alle Gaststätten bis dorthin geschlossen hatten und erst wieder um 17:00 Uhr öffneten . Bei uns in Oberbayern bekommt man von 14:00 - 17:00 Uhr nur Brotzeiten, was uns schon des Öfteren wurmt. Hier erlebten wir noch die Steigerung, dass einfach geschlossen war. Das passt unserer Meinung nicht in ein solches Fremdenverkehrsgebiet, das z.B. mit der höchsten Brauereidichte der Welt wirbt. Man möchte diese Häuser ja nicht nur anschauen, sondern auch deren Bier verköstigen.
Mittwoch, 29.07.15 - Burgenrunde
Tour: 48 km - 745 hm
Waren die letzten Tage wettermäßig
schon nicht so, wie man es sich wünscht, erlebten wir heute eine weitere Steigerung. Letzte Woche wurden wir noch mit 33 Grad beglückt, heute zeigte das Thermometer nicht mal die Hälfte an, schlappe 15 Grad. Als wir gegen 9:00 Uhr aufbrachen, war es außer der Kälte aber noch trocken.
Zuerst ging es aus Waischenfeld hinaus Richtung Nankendorf. Hinter dem Campingplatz bogen wir Richtung Burg Waischenfeld auf einen Waldweg, der uns aufgrund der Steigung zum ersten Mal forderte. Bald erreichten wir eine hohe Dichte an kleinen Brauereien. Auf gerade mal sieben Kilometern gibt es vier davon. Ab Heckenhof ging es steil bergab
nach Aufseß, das sich mit seinem Schloss präsentierte. Kaum im gleichnamigen Tal angekommen, mussten wir wieder 100 Höhenmeter hinauf strampeln. Oben auf der Höhe wurden wir neben dem teilweise böig wehenden Wind erstmals auf dieser Tour mit leichtem Regen empfangen. Der Weg führte ein wenig hüglig durch die Felder, danach rauschten wir nach Heiligenstadt hinab, bevor wir kurz vor dem Ort noch einen herrlichen Blick auf Burg Greifenstein hatten.
Auf dem Marktplatz in Heiligenstadt warteten wir die erste Regenschauer ab, andere von uns wärmten sich im nahe gelegenen Café auf. Dann ging es weiter. Die Leinleiter, ein rechter Zufluss der Wiesent schlängelt sich gemächlich dahin. In Unterleinleiter trennten wir uns, drei Radler wählten
die anspruchsvollere Wegführung über Streitberg, der Rest fuhr über Gasseldorf hinab zur Wiesent und dann weiter zum vereinbarten Treffpunkt.
Jetzt ging es gemeinsam weiter. Wir hatten einen Weg zur Burgruine Neideck geplant. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Wanderweg uns nicht so sehr entsprach. Wenig später bot sich ein geeigneter Aufstieg zur Ruine an, den wir nahmen. Die Burgruine Neideck ist eine ehemalige hochmittelalterliche Adelsburg. Durch ihre exponierte Lage hoch über dem Tal der Wiesent ist sie ein Wahrzeichen
der Fränkischen Schweiz geworden. Wir bestiegen den großen Turm und genossen die herrliche Aussicht in das Tal der Wiesent. Fast genauso langsam, wie wir hoch geschlichen waren, ging es den steilen Weg wieder hinab.
Unser nächstes Ziel war die Sachsenmühle. Die ist eine beliebte Einkehrmöglichkeit im Wiesenttal. Hier ließen wir uns bei einer Brotzeit mit gutem Kellerbier oder leckeren Kuchen und einem wärmenden Kaffee nieder. Inzwischen hatte sich auch der bis hierhin leichte Nieselregen zu einem kräftigen Landregen gemausert. Wir verweilten, bis es etwas weniger wurde, an ein Aufhören des
Nass von oben glaubte inzwischen Keine/r mehr und fuhren dann weiter.
Kurz vor Tüchersfeld wechselten wir auf einen schmalen Wanderweg, um der stark befahrenen B470 für einen Kilometer auszuweichen. Uns kamen zwei Wanderer entgegen, die wir höflich vorbei ließen. Wir wurden aber nur mit einem mürrischen und anklagenden Gemurmel bedacht. Dann lag Tüchersfeld vor uns, eine Augenweide. Aufgrund seiner markanten Felsen und der Lage der Fachwerkhäuser, die teilweise an die Felsen geklebt zu sein scheinen, gilt Tüchersfeld ebenfalls als ein Symbol für die Fränkische Schweiz und ist sogar auf einer Briefmarke der Deutschen Post abgebildet.
Jetzt wartete wieder ein zäher Anstieg von 100 Höhenmetern auf uns, danach eine Abfahrt und anschließend wieder hinauf.
Ein Wegweiser, nur noch vier Kilometer nach Waischenfeld, gab uns die Hoffnung, dass nicht mehr so viele Berge kommen würden. Und dieser war dann wirklich der letzte.
In Waischenfeld in unserer Unterkunft angekommen, hörte der Regen auf und kurz danach kam auch die Sonne wieder zum Vorschein, auf deren wärmende Strahlen wir den ganzen Tag gehofft hatten. Ein Glas Heckel-Bier aus der kleinen Brauerei im Ort bot einen wohltuenden Abschluss.
Donnerstag, 30.07.15 – Kanutour auf der Wiesent
Heute war
ein radlfreier Tag. Unsere beiden Spezialisten in Sachen Kanu hatten für heute eine Bootstour für sieben Personen auf der Wiesent angemeldet. Gegen 10:00 Uhr war der Treffpunkt am Kanu-Verleih in Doos. Aufgrund der kühlen, nicht sommerlichen Temperaturen der letzten Tage, hatten wir uns warm und regenfest eingekleidet. Beim Verleih erhielten wir neben einer Schwimmweste noch eine Plastiktonne mit schraubbarem Deckel. Darin konnten wir unsere Kleidung zum Wechseln und die Wertsachen wasserdicht unterbringen.
Durch
den Verleiher wurden wir kurz in die wichtigsten Regeln, Streckenverlauf und Wehre eingewiesen, und dann ging es los. Da kurz nach unserer geplanten Einsatzstelle ein dicker Stein im Wasser lag und uns gleich das erste Mal in Schwierigkeiten gebracht hätte, "umschifften" wir diese Stelle auf dem Landweg und ließen unsere Boote erst danach zu Wasser. Vorher hatte uns Rainer noch mit den wichtigsten Paddelbewegungen vertraut gemacht. Anfangs war das Wasser noch ruhig, aber bei jeder Stromschnelle nahmen wir mit unseren Booten etwas Wasser vom Fluss auf. Geregnet hat
es auf der ganzen Tour nicht, aber man wird auch so nass.
Wir erlebten die wunderschöne Fränkische Landschaft aus einer ganz neuen Perspektive, obwohl uns nicht immer die Zeit dazu blieb, denn an vielen Stellen war die ganze Konzentration gefragt, um alle Stromschnellen sicher zu meistern. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir den Treffpunkt für die Abholung in Muggendorf. Es war ein tolles, feuchtfröhliches Erlebnis – und wir waren ganz schön kaputt. Paddeln ist auch anstrengend.
Freitag, 31.07.15 – Brauereirunde
Tour: 39 km - 470 hm
Der
Sommer war heute endgültig zurück gekehrt. Heute stand die Brauereirunde auf dem Programm. Sechs Brauereien lagen auf dem Weg von nur 40 Kilometern. In Nankendorf ging es los mit der Brauerei Schroll. Das hiesige Bier durften wir schon im "Gasthof Sonne" in Waischenfeld verkosten. Wir fuhren weiter gen Norden Richtung Hollfeld. In Treppendorf wechselten wir die Richtung gen Westen und kamen nach sieben Kilometern durch einen schönen Waldweg nach Sachsendorf. Wir fuhren nicht hinab in den Ort. Hier gibt es zwar den "Brauerei-Gasthof Stadter", aber wir hatten nicht vor, wie bei Brauerei-Wanderungen üblich, in jedem dieser sechs
Gasthäuser einzukehren. Das war uns mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen zu gefährlich und unerlaubter Weise auch zu heikel. Also blieben wir oben im Ort und fuhren zu dem imposanten Felsengarten mit seinen filigranen Steintürmen.
Anschließend schauten wir noch beim "Taschersfelsen" den Kletterern zu, bevor wir auf dem Brauereienweg weiter nach Aufseß strampelten. Hier hatten wir uns vorgenommen, nicht den Anstieg zur Burg zu wählen. Aber es kam anders, wir erwischten den falschen Weg und fanden uns doch auf dem Berg wieder. Den kannten
wir jetzt, da wir bei allen Touren bisher hier oben waren. Also ging es auf der anderen Seite wieder hinunter und beim "Brauereigasthof Rothenbach" genauso steil wieder hinauf nach Heckenhof. Nach nur zwei Kilometern hatten wir den "Brauereigasthof Kathi" erreicht, wo wir unsere Pause einlegten. Danach fuhren wir über Hochstahl ("Brauerei-Gasthof Reichold") und Breitenlesau ("Brauerei-Gasthof Krug") zur Burg Waischenfeld, genossen die Aussicht und rauschten dann in den Ort hinab.
Samstag, 01.08.15 – Bamberg - Wandern
Da
ich als Schreiber dieses Berichtes mal eine Auszeit zur Entspannung der Muskeln brauchte, hatten wir heute einen radfreien Tag angesetzt. Neun Personen haben die Welkulturerbe-Stadt Bamberg besucht. Andere von uns sind gewandert oder haben eine Tour in Eigeneregie unternommen. Vielleicht lesen wir hierzu von den anderen noch etwas.
Sonntag, 02.08.15 – Sanspareil
Tour: 51 km - 610 hm
Waischenfeld
liegt idyllisch, wunderschön im Tal der Wiesent. Was auf der einen Seite so romantisch ist, hat radfahrtechnisch den Nachteil, dass jede Tour unmittelbar mit Höhen verbunden ist. Unser heutiges Ziel war der Felsengarten von Sanspareil. Um eine abwechslungsreiche und trotzdem nicht so anspruchsvolle Tour zu fahren, entschieden wir uns für eine bergige Variante dorthin. Für den Rückweg wählten wir den leichteren Weg über Hollfeld und dann entlang einer ehemaligen Bahnstrecke mit moderaten Höhen.
Bevor es los ging, war erst ein platter Hinterreifen zu reparieren. Glücklicherweise trat der Defekt vor Tourbeginn auf, und das Loch im Schlauch
war schnell im Wasserbad ausfindig zu machen. Dann ging es leicht verspätet los.
Zuerst führte uns der Weg, wie schon bei der Brauereitour Richtung Hollfeld, jedoch bogen wir nach ca. sieben Kilometern in Plankenfels ab in das Truppachtal. Bis Obersees war der Anstieg eher moderat und kaum wahrnehmbar. Dann ging es los. Nicht Jede/n von uns hielt es im Sattel. Manche Stellen sind einfach extrem steil. Endlich oben angekommen, ließ sich bei einem Rad das hintere Ritzel nicht mehr schalten. Das Schaltseil war gerissen. Dieses Problem war bald behoben, und es konnte weiter gehen. Bei unserer Radreise 2013 in der
Steiermark trat dieses Problem bei einem anderen Rad auch mal auf. Damals waren wir froh, dass wir ein Schaltseil dabei hatten. Diesmal standen gleich fünf solcher Exemplare zur Verfügung.
Nach ebenso steiler Abfahrt, wie es eben noch hinauf ging, kamen wir nach Schönfeld am Fluss Lochau. Hier sollte es laut vorheriger Aufzeichnung eher gemächlich hinaufgehen. Da hatten wir einen kleinen Anstieg übersehen, der es in sich hatte, aber nicht so lang war. Danach wurden wir mit einem wunderschönen Tal entlang des kaum wahrnehmbaren Rinnsals Erbach belohnt. Es ging mit angenehmer Steigung immer weiter hinauf nach Sanspareil.
Nach
einem kurzen Fotostopp mit Bilderbuchblick von Fels und Burg Zwernitz im Hintergrund parkten wir unsere Räder am Morgenländischen Bau und unternahmen zu Fuß einen Rundgang durch den Felsengarten. Dort befinden sich eine große Anzahl bizarrer Felsgruppen, eine Grottenanlage, Architekturelemente und Skulpturen aus der griechischen Mythologie. Das markanteste Beispiel ist das Felsentheater in Form einer künstlichen Ruine, das noch bespielt wird. Im kleinen Innenhof des Morgenländischen Baus wächst ein Baum.
Radeln und besichtigen macht hungrig. So fuhren wir auf Empfehlung von
heimischen Passanten nach Wonsees hinab und kehrten dort ein, echt fränkische Unterhaltung durch den Wirt inbegriffen. Einige von den heutigen Teilnehmern konnten bei unserer ersten Tour am Dienstag nicht teilnehmen. Da waren wir schon mal ganz in der Nähe, nämlich im beschaulichen Felsendorf Krögelstein. Also entschieden wir uns für diesen kleinen Umweg und fuhren dann auf dem gleichen Weg wie bei der ersten Tour zurück nach Waischenfeld – nur heute war das Wetter allerdings bedeutend sommerlicher.
Montag, 03.08.15 – Pottenstein und Tüchersfeld
Tour: 49 km - 680 hm
Wir
hatten die Suche nach leichten Touren aufgegeben, und so ging es auch heute wieder recht bergig zur Sache. Eine einheimische Dame, die gemütlich im Schatten saß und einen unserer zähen Berganstiege beobachtete, fand wenig Verständnis für solch schweißtreibende Aktionen bei den hochsommerlichen Temperaturen.
Der Weg führte heute entlang des Zeubaches gen Osten. Nach ca. sechs Kilometern hatten wir mit 120 Meter Höhengewinn das erste der vielen Höhentürmchen des heutigen Streckenprofils erreicht. Immer weiter ging es bergan und bei Hohenmirsberg mit einer Höhe von 583 über NN. war
dann der höchste Punkt unserer heutigen Tour. Dies ist auch gleichzeitig eine der höchsten Erhebungen der Fränkischen Schweiz schlechthin.
Bis Pottenstein ging es jetzt komfortabel bergab. Im Ort wurde ein Treffpunkt zu einer angemessenen Zeit später ausgemacht, und Jede/r konnte je nach eigener Vorliebe sich die Zeit gestalten. Im Endeffekt fanden sich alle auf dem Burgfelsen mit herrlicher Aussicht wieder, wenn auch der Ort auf unterschiedliche Weise, entweder zu Fuß oder mit dem MTB erreicht wurde. Nach kurzer Einkehr wartete wieder ein zäher Anstieg in glühender Mittagssonne auf uns.
In
Rackersberg waren wir endlich oben und schon konnten wir wieder hinab brausen. Im Tal begrüßte uns das Felsendorf Tüchersfeld im Püttlachtal. Die Fachwerkhäuser scheinen, als wären sie an die bizarren Felstürme geklebt. Tüchersfeld gilt als ein Symbol für die Fränkische Schweiz.
Entgegen der Burgenrunde, die am Mittwoch hier in umgekehrter Richtung verlief und uns schon mal nach Tüchersfeld brachte, wählten wir diesmal den Weg nach Behringersmühle über die Bundesstraße. Diese war heute kaum von Autos befahren. In Behringersmühle verließ uns eine Dreiergruppe, um Gößweinstein mit seiner sehenswerten Wallfahrtskirche und dem Schloss zu besichtigen und andererseits noch ein paar Höhen zu sammeln. Sicherlich lesen wir hierzu noch einen gesonderten Bericht.
Der
verbleibende Rest der Gruppe setzte seinen Weg über Doos nach Waischenfeld fort. Jedoch nahmen wir nicht die Staatsstraße, sondern wählten Wanderwege auf der gegenüberliegenden Seite der Wiesent). So beschaulich sich der Weg auch an dem Fluss entlang schlängelt, so schwer war er auch ein einigen Stellen zu fahren. Immer wieder störten grobe Steine oder dicke Wurzeln oder einfach beides das Fortkommen und zwangen uns an der einen oder anderen Stelle aus dem Sattel. Trotz dieser kleinen Unzulänglichkeiten war es auch gerade bei diesen sommerlichen Temperaturen eine Wohltat, auf den schattigen Waldwegen neben der gemächlich dahin fließenden Wiesent zu radeln. Es war jedenfalls eine erlebnisreiche Tour.
Dienstag, 04.08.15 – Rabenstein
Tour: 30 km - 565 hm
Für
den letzten gemeinsamen Radltag unserer Reise in der Fränkische Schweiz
hatten wir eine kurze Rundtour von knapp 30 Kilometern mit etwa 450 Höhenmetern geplant. Wie schon gestern fuhren wir gen Osten, jedoch nur bis Zeubach. Nach nur zwei Kilometern Einrollphase bis dorthin begann das heutige Bergprogramm. Mit Steigungen im zweistelligen Prozent-Bereich ging es hinauf nach Hannberg und oben gemütlich weiter nach Rabenstein. Wir wollten Burg Rabenstein besichtigen, das war aber erst ab 11:00 Uhr möglich. Also fuhren wir auf einem anfangs schönen, breiten Waldweg Richtung Sophienhöhle. Dann tauchten die ersten Treppen auf, was mit einem schweren Elektro-MTB nicht immer ganz leicht zu handhaben war. Der Eingangsbereich der Sophienhöhle bot ein spektakuläres Bild.
Die Höhle selbst war vergittert und öffnete auch erst um 10:30 Uhr.
Wir fanden die Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten, auch schon an anderen Tagen vorher, nicht gerade besucherfreundlich. Es mag Zeitgenossen geben, die im Urlaub erst um 10:00 Uhr aufstehen. Aber sportlich ambitionierte Gäste, wie Wanderer oder wir als Radfahrer sind früher unterwegs und werden durch solche unfreundlichen Zeiten ausgebremst. Ein Fremdenverkehrsgebiet wie die Fränkische Schweiz sollte sich solche Unzulänglichkeiten nicht leisten.
Wir entfernten
uns wieder von der Sophienhöhle und suchten einen Weg mit möglichst wenig Treppen hinab zur Straße im Ahorntal, besichtigten die Ludwigshöhle, die frei zugänglich ist und strampelten auf der Straße wieder hinauf nach Rabenstein. Jetzt war es kurz vor 11:00 Uhr, und wir entschieden uns zur Besichtigung.
Diese stellte sich allerdings zu einer von den Gästen finanzierten Werbeveranstaltung für die Burg und dem sich darin befindenden Hotel heraus. Bei jeder Gelegenheit wurden die Vorzüge einer Feier dort hervor gehoben. Ritterlich waren höchstens eine alte Rüstung und der einer Burgtür ähnliche bemalte
Aufzug. 3,50 Euro Eintritt waren das nicht wert.
Nach dieser Erfahrung fuhren wir wieder zur Straße im Ahorntal hinab. Dieser Single-Trail erforderte die ganze Konzentration und war aufgrund des steinigen Untergrundes nicht immer gefahrlos fahrbar. Endlich wieder auf sicherer Straße verzichteten wir auf weitere vorher geplante Wanderwege, da auf der Staatsstraße nahezu kein motoriserter Verkehr herrschte.
Vorbei am malerisch gelegenen Oberailsfeld stieg nun die Straße stetig an, und nach weiteren zwei Kilometern war unser Höhenkonto
um 100 Höhenmeter reicher. Es ging noch leicht gewellt auf dieser Höhe dahin, bis uns am Ortsausgang von Eichenbirkig eine rasante Abfahrt ins Wiesenttal erwartete.
Genauso steil, wie wir hier runter brausen durften, ging es auch gleich wieder hinauf, nur halt etwas langsamer. Nach einem Kilometer hatten wir wieder 100 Höhenmeter erklommen und nur fünf Kilometer später und einigen kleinen Zwischenhöhen steuerten wir Hubenberg an. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Woche, dass wir nur vor verschlossenen Wirtshaustüren standen, hatten wir uns für heute angemeldet und wurden schon erwartet.
Die Wirtin fegte noch schnell den Biergarten vom Laub frei, und wir ließen uns unter dem großen Kastanienbaum nieder. Hier wurde leckeres "Held-Bräu "aus Oberailsfeld ausgeschenkt. Die Brotzeitkarte war übersichtlich, die Speisen und Getränke aber gut und äußerst preisgünstig.
Nachdem alle satt und zufrieden waren, stand der letzte Teil der Tour auf dem Programm. Diese fünf Kilometer stellten sich als die einfachste Übung des Tages dar; es ging bis nach Waischenfeld nur noch bergab.
Mittwoch, 05.08.15 – radfrei
Mit der Tour Rabenstein vom Vortag hatten wir unser offizielles Tourenprogramm beendet. Heute war kein Programm vorgegeben, so dass Jede/r nach eigenen Interessen den Tag verbrachte.
Zum Schluss
Der Urlaubsort Waischenfeld
Zentral gelegen, unweit der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Fränkischen Schweiz war unser Urlaubsdomizil Waischenfeld. Der Ort hat eine gute Infrastruktur und bietet bei kurzen Wegen alles, was man sich für einen entspannten Urlaub wünscht, von der grandiosen Lage unten im Wiesenttal ganz zu schweigen.
Die Unterkunft im Gasthof und Landhotel Jöbstel
Normalerweise bieten wir nur Radreisen von Orten an, wo wir bereits selbst waren. Hier war es anders. Aufgrund von
Hotelbewertungen im Internet sind wir auf das Haus Jöbstel aufmerksam geworden. Es war das Beste, was uns passieren konnte. Wir haben uns rundherum wohl gefühlt. Das Personal war hilfsbereit und hat zum Gelingen der Reise beigetragen. Die feine Küche war ein Genuss. Weitab von der oft fast nur aus Fleischgerichten bestehenden Speisekarte anderer Häuser, wurde hier Vielfalt vom Feinsten geboten. Wir können das Jöbstel zu 100 % weiterempfehlen.
Das Tourenprogramm
Alle Touren
im Durchschnitt: 48 km - 593 hm
Gesamt: 287 km - 3555 hm
Schon
vor der Reise hatten wir verschiedene Touren ausgearbeitet. Entsprechend den Touren bei uns zu Hause in Rosenheim mit Entfernungen um 70 km hatten wir also geplant. Vor Ort wurden wir jedoch eines Besseren belehrt. Das Landschaftsprofil war sehr anspruchsvoll mit vielen kräftigen Steigungen. So planten wir neue, kürzere Etappen und suchten uns oft Routen abseits der ausgeschilderten Radwege, teilweise auf Singletrails der Stufen S0-S1. So fanden wir Pfade in wunderschönen, einsamen Tälern, oder durch Wälder entlang der Wiesent, Aufseß, Leinleiter und anderen kleineren Rinnsalen.
Die Brauereien
Unsere
Urlaubsgegend ist bekannt für viele kleine Brauereien, die jede ihr eigenes Gebräu zaubert. Das Aufseßtal mit seinem Brauereiwanderweg steht sogar im Guinnesbuch der Rekorde, vier Brauereien auf 14 Kilometern. Aber fast jede andere Gaststätte hat auch neben Industriebier aus großen Brauereien wie Kulmbacher, Tucher oder ähnliches, den Gerstensaft einer der kleinen Brauereien im Angebot. So hatten wir reichlich Gelegenheit, viele verschiedene Biersorten zu probieren.
Nicht nur Radeln
An den radfreien Tagen standen verschiedene Aktivitäten auf dem Programm, wie
Was "Vor Ort" zu verbessern wäre
Nach
Jahren der Weinseligkeit bei RoRadln-Jahresreisen (Steiermark, Proseccoland, Cesenatico) hatten wir diesmal die Fränkische Biervielfalt im Visier. Gern wären wir noch in weiteren Gasthöfen und Brauereien eingekehrt. Nur manchmal gelang das trotzt größter Anstrengungen leider nicht, dem Wunsch nachzukommen, wie hier zu lesen ist.
Ebenfalls fanden wir die Öffnungszeiten verschiedener Sehenswürdigkeiten, wie Burgen, Höhlen oder Ähnlichem unserer Erachtens nicht besucherfreundlich, siehe auch hier.
Fazit der Reise
Es war wieder eine schöne RoRadln-Reise in einer wunderschönen Gegend mit vielen Erlebnissen und netter Gesellschaft. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, hoffentlich wieder mit so netten Gästen.
Rosenheim, im August 2015
Kurt und Uschi
Hier sind noch ein paar Links daztu:
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